Durchfall während der Läufigkeit – typische Beschwerden während der Hitze der Hündin

Wenn deine Hündin (zum ersten Mal) läufig ist, wird die Frage „Ist das normal?“ häufiger auftreten. Von Durchfall und Erbrechen bis hin zu Appetitverlust und ständigem Harndrang kann eine Vielzahl von Beschwerden auftreten. Was normal ist und wann du einen Tierarzt aufsuchen solltest, erfährst du hier.

  1. Beschwerden und Probleme während der Läufigkeit
    1. Anhänglichkeit und Nähe
    2. Appetitlosigkeit
    3. Durchfall und Erbrechen
    4. Frieren
    5. Müdigkeit und Ruhebedürfnis
    6. Verhaltensveränderung
    7. Vermehrter Harndrang
  2. Hilfe für deine Hündin in der Läufigkeit

Beschwerden und Probleme während der Läufigkeit

Während der Läufigkeit ist deine Hündin einer erheblichen hormonellen Umstellung ausgesetzt. Die Gebärmutterschleimhaut wird auf potenziell befruchtete Eizellen vorbereitet. Mehrere Eizellen reifen heran, um für eine Befruchtung zur Verfügung zu stehen.

Die Beschaffenheit des Gewebes verändert sich, um zunächst für das Decken vorbereitet zu sein. Im Anschluss erfolgt eine Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft. Bis sich die Hormone wieder eingepegelt haben, vergehen Monate.

Für deinen Hund und dich kann das eine Belastung bedeuten, denn während dieser Zeit müsst ihr nicht nur mit aufdringlichen Rüden zurechtkommen.

Schauen wir uns die typischen Beschwerden während der Läufigkeit einmal genauer an:

  • Anhänglichkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Frieren
  • Müdigkeit
  • Ruhebedürfnis
  • Verhaltensveränderung
  • vermehrter Harndrang

Anhänglichkeit und Nähe

Das klingt erst einmal nicht nach einem Problem. Mehr zu kuscheln und deiner Hündin direkte Nähe zu ermöglichen, kann sogar ziemlich angenehm sein.

Problematisch wird es jedoch, wenn deine Fellnase unter dem Zustand leidet, durchgängig wimmert und nicht mehr allein bleiben kann. Mit Erziehung kommst du hier nur bedingt weiter, denn die Ursache ist nun einmal hormoneller Natur.

Lösung: Richte deiner Hündin einen besonders bequemen und ruhigen Rückzugsort ein. Laste sie aus, bevor du sie allein lassen musst. Plan mehr Zeit für das Kuscheln und Streicheln ein.

Appetitlosigkeit

Manche Hündinnen fressen während der Läufigkeit schlechter oder wollen plötzlich Futter nicht mehr, das sie zuvor problemlos oder sogar gern gefressen haben. Das hat allerdings nichts damit zu tun, dass sie mäkelig sind, sich anstellen oder tatsächlich weniger Hunger haben.

Verschmäht deine Sofawölfin plötzlich bestimmte Futtersorten, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sie sie (aktuell) nicht verträgt. Das Futter kann neben Verdauungsproblemen auch regelrechten Ekel auslösen. Und ja, auch das ist auf die Hormone zurückzuführen.

Lösung: Etwas weniger zu fressen ist während der Läufigkeit oftmals nicht problematisch, solange deine Hündin nicht ins Untergewicht rutscht. Versuche bitte nicht, ihr Futter aufzuzwingen, das sie aktuell nicht frisst. Sie verschmäht das Fressen nicht, weil sie dich ärgern will oder auf etwas Besseres hofft. Biete ihr stattdessen das an, was sie frisst. Nimmt sie gar keine Nahrung mehr auf, wird es Zeit für den Tierarzt. Durch appetitanregende Spritzen und hochkalorische Pasten lässt sich das Hungern unterbrechen.

Durchfall und Erbrechen

Einige Frauen kennen das Problem: während der Menstruation werden die Toilettengänge plötzlich dringend. Durchfall ist keine Seltenheit. Verantwortlich hierfür sind Prostaglandine. Sie wirken sich unter anderem auf die Geschwindigkeit der Darmbewegungen aus und sorgen dafür, dass die Nahrung schneller durch den Körper wandert.

Bei Hündinnen verhält es sich ähnlich. Der gesamte Verdauungstrakt wird von den Hormonen beeinflusst. Durchfall, Erbrechen, Sodbrennen und Blähungen können auftreten. Das ist so lange unbedenklich, solange es nur wenige Tage anhält.

Lösung: Füttere mehrere kleine, leichtverdauliche Mahlzeiten über den Tag verteilt. Hierdurch werden Magen und Darm weniger belastet. Reis mit magerem Hühnchenfleisch und Möhren sind eine gute Wahl. Auch Morosche Möhrensuppe als Hausmittel für den Durchfall erleichtert die Beschwerden. Einen Tierarzt solltest du dennoch aufsuchen, wenn Erbrechen und Durchfall sehr schwer ausfallen, deine Hündin geschwächt ist oder blutige Beimengungen auftreten.  

Frieren

Im Verlaufe der Läufigkeit können Hündinnen empfindlicher auf verschiedene Umstände reagieren. Dazu gehört auch Kälte. Fühlt sich ein Hund unwohl und bewegt sich dadurch weniger, läuft er sich zudem nicht warm.

Hinzu kommt, dass weniger zu fressen, häufiger raus zu müssen und mehr zu schlafen generell schwächend wirkt und den Kreislauf runterfährt.

Lösung: Schnelleres Frieren ist im Sommer ein geringeres Problem. Ein weiches, warmes Bett an einer zugfreien Stelle reicht in der Regel aus. Im Winter solltest du deine Hündin hingegen dringend warmhalten. Denn die hormonelle Umstellung führt nicht nur zum Frösteln, sondern schwächt ebenso das Immunsystem. Kommt dazu noch anhaltendes Frieren, öffnest du Tür und Tor für Krankheiten.

Müdigkeit und Ruhebedürfnis

Manche Hündinnen bluten sehr stark und lange, bei anderen fällt es kaum auf. Manche sind aufgedreht und scheinen mehr Energie zu haben. Andere hängen durch und würden am liebsten die ganze Zeit schlafen.

Wichtig ist, dass du dich darauf einstellst. Lange Wanderungen, Hundesport oder selbst die Hundeschule müssen während der Läufigkeit oftmals ausfallen. Das liegt nicht nur an dem Ruhebedürfnis, denn eine läufige Hündin lenkt auch alle anderen Vierbeiner ab.

Lösung: Wenn deine Hündin durch die Läufigkeit eher träge und erschöpft ist, zwing sie nicht zu übermäßiger Aktivität. Kurze Runden reichen in der schlimmsten Phase der Läufigkeit aus. Orientier dich bei der Auslastung an deinem Vierbeiner und biete andere Möglichkeiten der Beschäftigung an. Kaukram, Schnüffelteppich, Intelligenzspielzeuge und Kuscheln bieten Abwechslung und beugen Langeweile vor, ohne körperlich sonderlich anstrengend zu sein.

Verhaltensveränderung

War deine Hündin verträglich und verspielt? Das kann sich während der Läufigkeit ändern. Hormone, das gesteigerte Interesse und die Aufdringlichkeit von vielen Rüden und Hündinnen summiert sich bei einigen Vierbeiner zu einer kurzen Zündschnur. Bei den ersten Läufigkeiten kann Unsicherheit bis hin zu Angst vorherrschen.

Nein, deine Hündin ist deswegen nicht zickig. Sie muss nur gerade mit einer erheblichen Belastung klarkommen.

Lösung: Halt andere Hunde von ihr fern. Kämpfe können sehr schnell auftreten und eskalieren. Besser ist es daher, wenn Konflikte gar nicht erst entstehen. Überfordere sie zudem nicht und mach einen Bogen um Bereiche mit einer hohen Hundedichte.  

Vermehrter Harndrang

Während der Läufigkeit schwillt die Gebärmutter an, der Gebärmuttermund ist geöffnet, die Gebärmutterschleimhaut ist verdickt und Follikel reifen heran. Diese Schwellungen erzeugen einen höheren Druck auf die umliegenden Organe. Dazu gehört auch die Blase.

Häufiger pinkeln zu müssen, gehört bei vielen Hündinnen zu der Läufigkeit dazu. Das gilt selbst dann, wenn sie nicht mehr als sonst trinken.

Hinzu kommt vor und während der Deckbereitschaft, die auch als Stehtage oder Standhitze bezeichnet werden, das Markieren. Hündinnen versuchen damit, Rüden aus der Umgebung auf sich aufmerksam zu machen und weisen ihnen regelrecht den Weg zu sich. Dadurch setzen sie häufiger kleine Mengen Urin ab.

Lösung: So nervig der häufige Harndrang für dich und deine Hündin ist, ein wirkliches Problem ist er nicht grundlegend. Ein Tierarztbesuch ist erst dann angeraten, wenn deine Hündin am Tag und in der Nacht extrem häufig rausmuss, den Urin nur schwer halten kann, ihr Bauch druck- und schmerzempfindlich ist oder sie Schwierigkeiten beim Urinabsatz hat. Dann könnte eine Blasenentzündung vorliegen, die behandelt werden muss.

Hilfe für deine Hündin in der Läufigkeit

Ruhe, gutes Futter, Wärme, Kuscheln, kleine Runden – in der Regel reicht das aus, um deiner Hündin während der Läufigkeit das Leben leichter zu machen.

Gerade bei den ersten Läufigkeiten oder, wenn diese sehr stark ausfallen, kann aber weitere Unterstützung notwendig sein. Hierzu gibt es pflanzliche Mittel, wie spezielle Kräutermischungen, die das Hormonchaos etwas ordnen.

Entsprechend geschulte Tierärzte und Tierheilpraktiker können dir die passenden Produkte empfehlen.

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