Wichtige Hausmittel für Hunde

Eine Hausapotheke für deinen Hund parat zu haben, ist bei kleinen Wehwehchen wie Zecken, Stichen und leichten Verletzungen eine praktische Hilfe. Ebenso verhält es sich mit Hausmitteln für Hunde, die bei Beschwerden und Krankheiten Linderung bringen. Hier erfährst du, was du immer im Haus haben solltest.

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Achtung: Hausmittel sind kein Ersatz! Hausmittel für Hunde können deinem Vierbeiner unterstützend helfen, sie sind jedoch kein Ersatz für die Untersuchung und Behandlung durch einen Tierarzt. In akuten Fällen, bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen solltest du diesen umgehend aufsuchen. Sprich die Anwendung von Hausmitteln zudem mit dem behandelnden Tierarzt ab.

  1. Hausmittel für Hunde – natürliche Hilfen
    1. Morosche Möhrensuppe
    2. Honig
    3. Heilerde
    4. Himbeerblätter-Tee
    5. Knoblauch
    6. Kokosöl
    7. Sauerkraut
  2. Hausmittel für Hunde – Zusatz, kein Ersatz

Hausmittel für Hunde – natürliche Hilfen

Hast du schon einmal Tee getrunken, um deinen Magen zu beruhigen, kalte Wickel gemacht, inhaliert oder Hühnersuppe gegessen, um einen Infekt schneller zu heilen? Hausmittel können tolle Helfer bei Verletzungen und Krankheiten sein – nicht nur bei Menschen.

Auch bei Hunden gibt es einige Mittel und Maßnahmen, die Linderung bringen und die tierärztliche Therapie begleiten können. Einige davon solltest du unbedingt kennen und zu Hause ebenso bereithalten wie eine Hausapotheke für Hunde.

Morosche Möhrensuppe

Auch bekannt als Morosche Karottensuppe oder Moro-Suppe, besteht dieses Hausmittel für Hunde (und Menschen) gegen akuten Durchfall aus gerade einmal drei Zutaten: Karotten, Wasser und Salz.

Entwickelt wurde die Suppe von Prof. Dr. Ernst Moro für Kinder. Mit der Zeit stellte sich allerdings heraus, dass die Schonkost nicht nur bei ihnen sehr schnell und sogar nachweislich wirkt. Falls du einen wissenschaftlichen Beweis für ein Hausmittel benötigst, bekommst du ihn bei dieser Suppe noch dazu.

Für das Rezept benötigst du zudem keine Kochkünste:

  • 1 Teil Karotten
  • 2 Teile Wasser
  • etwas Salz

Als Beispiel kannst du also 500 Gramm Möhren gewaschen, geschält und klein geschnitten in 1 Liter Wasser geben und mit einem halben Teelöffel Salz würzen. Lass die Suppe für mindestens 90 Minuten köcheln. Im Anschluss pürierst du sie.

Die lange Kochzeit sorgt dafür, dass sich Oligogalakturonsäuren bilden. Diese hemmen das Anheften von durchfallerregenden Bakterien an der Darmwand und lassen Durchfallerkrankungen schneller abklingen.

Hinzu kommen Ballaststoffe sowie ein großes Spektrum an Mineralien und hitzebeständigen Vitaminen aus den Karotten, die den Verlust ausgleichen und dabei besser wirken als Elektrolytlösungen.

Extra-Tipp: Möchtest du dich nicht zusätzlich zu den dringenden und häufigen Gassigängen bei Durchfall noch um frische Möhren kümmern und Morosuppe für deinen Hund kochen? Koch die Suppe vor, portionier sie und frier sie ein oder koch sie in Einweckgläsern ein – schon hast du einen sinnvollen und praktischen Vorrat. Nicht nur für deinen Hund.

Honig

Honig hat als Hausmittel zwei entscheidende Funktionen:

  1. Schnelle Energieversorgung bei einem geschwächten Zustand, großen Anstrengungen oder Appetitlosigkeit.
  2. Desinfektion und verbesserte Wundheilung nach Verletzungen, Stichen oder Operationen.

Kann dein Hund gerade kaum etwas essen oder braucht schnell viel Energie? Ein Löffel Honig oder eine Lösung aus wenig heißem Wasser und eingerührtem Honig wird von den meisten Hunden gerne angenommen.

Denk nach dem Fressen oder Trinken von Honig aber daran, dass auch dein Hund Karies bekommen kann. Zähneputzen im Anschluss daran ist also Pflicht.

Für die Pflege von Wunden, Schnitten oder anderen Irritationen der Haut eignet sich vor allem Manuka-Honig. Dieser enthält eine natürliche Substanz, die Antibiotikum ähnelt. Er eignet sich ebenso zum Essen und unterstützt das Immunsystem.

Wichtig bei der Wundversorgung ist, dass du die Haut zuvor gründlich reinigst, den Honig nur dünn aufträgst und deinen Vierbeiner vom Lecken abhältst. Verband und Halskrause oder Kragen sind Pflicht.

Heilerde

Wie Honig kann auch Heilerde innerlich und äußerlich als Hausmittel für Hunde angewendet werden. Ihre Wirkungen sind unter anderem:

  • – Binden von Fetten und Säuren
  • – Lindern von Übelkeit und Sodbrennen
  • – Reduzierung von Durchfall
  • – Darmsanierung (beispielsweise nach Antibiotika-Gabe)
  • – Wundversorgung

Für die innerliche Anwendung bieten sich Kapseln an. Alternativ kannst du das Pulver ins Futter mischen oder kleine Mengen davon in Leckerlis geben.

Für die äußerliche Anwendung kannst du fertige Heilerde-Salbe einsetzen oder die Erde mit Wasser oder Öl zu einer Paste anmischen. Je dicker du diese aufträgst, umso länger benötigt sie zum Trocknen und desto länger hält der kühlende, abschwellende Effekt an.

Himbeerblätter-Tee

Während der Läufigkeit und Trächtigkeit ist Himbeerblätter-Tee eine entspannende Zugabe für Hündinnen. Er wirkt unter anderem krampflösend und ist reich an Vitaminen, Mineralien und Gerbstoffen, die sich zu jeder Zeit positiv auf die Gesundheit von Magen und Darm auswirken.

Du kannst den Tee selbst aus frischen Himbeerblättern herstellen oder die getrocknete Variante in der Apotheke kaufen.

Knoblauch

Knoblauch als Hausmittel für Hunde? Ist Knoblauch nicht ebenso wie Zwiebel durch das enthaltene Alliin giftig für Vierbeiner? Jain.

Geringe Mengen des Lauchgewächses können den Herzkreislauf und die Blutgefäße stärken, zudem sollen sie einen schützenden Effekt gegenüber Zecken, Flöhen und Würmern haben. Wissenschaftlich nachgewiesen ist das ebenso wenig wie die Stärkung des Immunsystems und die Anregung des Appetits.

Allerdings gibt es einige Hundehalter, die darauf schwören. Wichtig ist: Knoblauch darf ausschließlich in sehr kleinen Mengen im Hundefutter landen. 5 Gramm frischer Knoblauch pro Kilogramm Körpergewicht deines Hundes gelten als toxisch und können neben einer gefährlichen Anämie Vergiftungserscheinungen auslösen.

Zum praktischen Vergleich: Eine durchschnittliche Knoblauchzehe wiegt etwa 3 Gramm.

Hin und wieder ein Scheibchen Knoblauch ist selbst für einen Kleinsthund nicht giftig. Täglich eine ganze Zehe sollte es jedoch nicht sein, denn das Alliin kann sich im Körper anreichern.  

Kokosöl

Obwohl der Name anderes vermuten lässt, ist Kokosfett kein flüssiges Öl, sondern bei Zimmertemperatur ein weißes, halbfestes Fett. Bei Körpertemperatur schmilzt es und lässt sich dann sehr einfach verteilen.

Als Hausmittel für den Hund bringt es gleich mehrere Vorteile und Einsatzzwecke mit sich:

  • – Pfotenpflege im Winter und Sommer
  • – Fellpflege
  • – zusätzlicher Schutz gegen Zecken, Milben und Mücken
  • – Unterstützung bei der Wundheilung
  • – Hilfe bei Mundgeruch
  • – Nahrungsergänzung

Die Ballen deines Hundes müssen zu jeder Jahreszeit eine Menge aushalten. Raue Untergründe, trockene Luft, Steine, Zweige, Hitze, Kälte, Streusalz, Kies und andere Rückstände setzen selbst der robusten Haut zu. Die schädlichen Einflüsse können sie trocken, rau und rissig werden lassen.

Pfotenpflege sollte daher für dich und deinen Hund ganz normal sein. Reinige die Ballen schonend, aber gründlich mit Wasser, tupfe sie trocken und massiere im Anschluss Kokosöl ein. Mit ausreichend Gewöhnung ist diese Behandlung Wellness für den Hund. Durch das Hausmittel für deinen Hund wird die Haut geschmeidig gehalten, kann sich besser regenerieren und ist weniger anfällig für Schäden und Verletzungen.

Reste vom Kokosöl an deinen Händen kannst du direkt im Fell verteilen. Das natürliche und gesunde Öl verleiht ihm einen leichten Glanz und kann zudem einige Parasiten fernhalten oder zumindest eine leicht abschreckende Wirkung haben. Als alleiniges Repellent und Mittel gegen Zecken und Co. reicht Kokosöl allerdings nicht aus.

Dafür kannst du damit zusätzlich kleine Wunden, wie Kratzer, Stiche oder Schürfwunden versorgen. Desinfiziere den Bereich im Vorfeld und massiere das Öl leicht ein. Es wirkt sich positiv auf die Wundheilung und die Narbenbildung aus.

Regelmäßiges und richtiges Zähneputzen ist auch bei Hunden unerlässlich. Hat dein Vierbeiner dennoch Mundgeruch, kannst du mit dem Kokosöl Zahnfleisch und Zähne einreiben. Es wirkt sich leicht neutralisierend aus. Zudem lassen sich kleine Verletzungen und Zahnfleischentzündungen damit behandeln.

Nicht zuletzt eignet sich das Kokosöl als Nahrungsergänzungsmittel bei einem erhöhten Energiebedarf, geringem Appetit oder Untergewicht. Allerdings solltest du nur geringe Mengen verfüttern, da es sich ansonsten negativ auf die Cholesterinwerte auswirkt.

Hinweis: Hochwertiges Kokosöl ist zwar gesund, manche Hunde reagieren dennoch allergisch darauf. Teste daher sowohl äußerlich als auch innerlich zunächst eine geringe Menge aus und brich die Anwendung sofort ab, wenn es beispielsweise zu Juckreiz oder Durchfall kommt.

Sauerkraut

Sauerkraut ist aus mehreren Gründen ein wunderbares Hausmittel für Hunde, denn es ist reich an teils unverdaulichen Ballaststoffen, Vitaminen und Probiotika.

Leidet dein Hund unter Durchfall oder Verstopfung? Mit Sauerkraut als Futterbeigabe wird die Darmflora langsam wieder ins Gleichgewicht gebracht. Gleichzeitig wirkt es gegen Entzündungen und stärkt das Immunsystem. Dafür reichen bereits kleine Mengen aus.

Wichtig ist dabei jedoch, dass das Sauerkraut keine für Hunde gefährlichen oder bedenklichen Zutaten enthält. Bereits ein hoher Salzgehalt ist bei regelmäßiger Fütterung abträglich für die Gesundheit.

Eine weitere wichtige Verwendung von Sauerkraut als Hausmittel für den Hund ist das sichere Ausleiten von verschluckten Gegenständen. Hat dein Hund beispielsweise einen kleinen Knopf von einem Spielzeug abgekaut, kann Sauerkraut diesen ummanteln und erleichtert das Ausscheiden.

In diesem Fall sollte dein Vierbeiner so schnell wie möglich, so viel Sauerkraut wie möglich essen. Pures Sauerkraut wird von vielen Hunden nicht angenommen, also musst du es schmackhaft machen. Am einfachsten funktioniert das, wenn du es in etwas Butter garst und mit einer Prise Zucker würzt. Speck, Fleischbrühe, Kartoffelpüree, Sahne oder Joghurt können ebenfalls helfen.

ABER: Wende diese Methode nicht an, wenn dein Hund akut gefährliche Gegenstände gefressen hat. Nadeln oder Nägel, Scherben, größere Knochensplitter oder gesplitterter Kunststoff sind absolute Notfälle und müssen umgehend tierärztlich behandelt werden.

Hausmittel für Hunde – Zusatz, kein Ersatz

Was wir heute als Hausmittel bezeichnen, waren teilweise lange Zeit nicht nur die Mittel der Wahl bei Erkrankungen und Beschwerden – sondern die einzigen Möglichkeiten. Heute stehen Hund und Halter deutlich mehr Optionen der Behandlung zur Verfügung.

Hausmittel können sinnvolle und hilfreiche Zusätze sein, sollten aber keinen Ersatz mehr darstellen.

Antworten

  1. Avatar von Durchfall während der Läufigkeit – typische Beschwerden während der Hitze der Hündin – PunkrockPudel

    […] und Darm weniger belastet. Reis mit magerem Hühnchenfleisch und Möhren sind eine gute Wahl. Auch Morosche Möhrensuppe als Hausmittel für den Durchfall erleichtert die Beschwerden. Einen Tierarzt solltest du dennoch aufsuchen, wenn […]

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  2. Avatar von Mein Hund trinkt nicht – Ursachen, Tipps und Hilfe – PunkrockPudel

    […]  bereite eine Morosche Möhrensuppe zu, sie ist nicht umsonst ein bewährtes Hausmittel für Hunde […]

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