Vorteile, Nachteile und Erfahrungen – soll der Hund im Bett schlafen oder nicht? Diese Frage stellen sich viele (neue) Hundehalter und treffen dabei auf unzählige Mythen, Vorurteile und Widersprüche. PunkRockPudel klärt darüber auf, welche Vorzüge Hunde im Menschenbett mit sich bringen, wo die Nachteile sind und was dir bei der Entscheidung hilft.
- Hund im Bett schlafen lassen – die Vorurteile und Mythen
- Hund im Bett – eine Frage der Hygiene?
- Hund im Bett schlafen lassen: die Vorteile
- Sollte der Hund im Bett schlafen? Potenzielle Nachteile
- Wenn der Hund im Bett schläft – Erfahrungswerte
- Soll der Hund im Bett schlafen? Alternativen und Optionen
- Soll der Hund ins Bett oder nicht?
Hund im Bett schlafen lassen – die Vorurteile und Mythen
Wann immer die Debatte rund um den Hund im Bett aufkommt, tauchen reichlich Vorurteile und Mythen auf. Auf den ersten Blick wirken manche davon durchaus logisch. Auf den zweiten Blick fallen hingegen reichlich Logikfehler auf.
Daher schauen wir genauer hin.
Hunde stellen Besitzansprüche
Wenn Hunde im Menschenbett schlafen dürfen, reißen Sie die Weltherrschaft an sich! Der gleiche Blödsinn wird behauptet, wenn Hunde auf die Couch dürfen.
Allerdings bekommen Hunde keinen Höhenflug, nur, weil sie erhöht liegen. Dein Hund betrachtet dein Bett auch nicht als seinen Besitz, wenn du hier eine klare Grenze ziehst. Es sollte dir jederzeit möglich sein, deinen Vierbeiner runter- oder wegzuschicken.
Das gilt jedoch für alle Lebenslagen und nicht allein für das Bett. Lässt dein Hund deinen neuen Partner nicht ins Bett oder verteidigt er es sogar gegen dich? Dann besteht tatsächlich ein Problem, dem du auf den Grund gehen musst. Am Schlafen im Menschenbett liegt es jedoch nicht.
Sind Hunde im Bett ein Gesundheitsrisiko?
Hunde im Bett gelten bei vielen noch immer als Krankmacher. Immerhin schleppen sie angeblich Keime auf die Laken, die sonst nicht dort landen würden. Schauen wir uns das einmal genauer an:
Es gibt weniger Zoonosen als viele denken
Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf Menschen und Menschen auf Tiere übertragen werden können. Mögliche Verursacher sind:
- Bakterien
- Parasiten
- Pilze
- Viren
Im Vergleich zu Infektionen, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, machen Zoonosen lediglich einen verschwindend kleinen Bruchteil der ansteckenden Krankheiten aus.
Oder in anderen Worten:
Das Krankheitsrisiko ist größer bei mehreren Menschen in einem Bett
Das Familienbett liegt im Trend. Dabei schlafen Mütter oder beide Eltern mit ihrem Nachwuchs in einem Bett. Das Ehebett hat eine lange Tradition in unserer Kultur. Schläft ein Paar nicht im selben Bett, gilt das noch immer als sicheres Anzeichen dafür, dass die Beziehung unglücklich ist oder eine Trennung bevorsteht.
Was weder beim Familienbett noch beim Ehebett jemals erwähnt wird, ist das immense Ansteckungsrisiko zwischen den Menschen.
Erkältungen, Grippe, Magen-Darm-Infekte, Läuse aus dem Kindergarten oder dem Ferienlager breiten sich hier ebenso fröhlich aus wie die Erreger von Fußpilz und Co. Anders als zwischen Hund und Mensch müssen die Keime keine Speziesbarrieren überwinden.
Ganz objektiv betrachtet wirst du dich also deutlich häufiger anstecken (oder etwas übertragen), wenn du mit deiner besseren Hälfte oder deinen Kindern in einem Bett schläfst. Oder einfach nur mit ihnen kuschelst.
Keime sind immer vorhanden
Hast du heute schon mit deinem Hund gekuschelt? Lag er auf der Couch neben dir? Hat er dir vielleicht sogar die Hand abgeleckt, ist über den Boden gelaufen? Hast du seine Futterschüssel oder seine Wasserschale mit dem gleichen Schwamm abgewaschen wie dein Essgeschirr?
Das Zusammenleben mit Hund ist ebenso wenig keimfrei wie allein oder mit Menschen. Ob du mit deinem Hund in einem Bett schläfst oder nicht, ändert nichts daran, dass potenzielle Erreger in eurer Umgebung vorhanden sind.
Hund im Bett – eine Frage der Hygiene?
Ein weiterer Mythos rund um den Hund im Bett ist das Hygieneproblem. Schläft der Hund im Bett, muss hier schließlich mit Schlamm, Zecken, Flöhen und einer Wagenladung Sand gerechnet werden.
Wann immer ich dieses Scheinargument höre, frage ich mich: Leute, in welchem Zustand sind eure Hunde??? Wie lasst ihr eure Vierbeiner in euren Wohnungen rumlaufen???
Schauen wir bei dem Thema Hund im Bett und Hygiene trotzdem mal genauer hin:
Pflege der Pfoten
Die Pfotenpflege im Sommer und Winter sollte einen hohen Stellenwert bei der Hundehaltung haben. Schließlich können Hunde durch aufgenommenen Schmutz an den Pfoten nicht nur Dreck auf Teppich tragen oder großzügig auf Laminat und Fliesen verteilen.
Lecken sie ihn ab, ist das auch immer ein potenzielles Risiko für die Gesundheit. Halte das Pfotenfell kurz, wisch die Ballen nach dem Spaziergang ab oder spül sie mit klarem Wasser ab – schon trägt dein Hund keinen Schmutz mehr ins Bett.
Fellpflege
Zecken und Flöhe, Talg, Kletten, aber auch lose Fellhaare sind für deinen Hund nicht erst im Bett unangenehm. Und für dich auch nicht erst während der Nachtruhe ein Problem.
Kein Hundefloh denkt sich: Ich hätte zwar schon die letzten zwei Stunden auf der Couch, vorhin beim Streicheln oder direkt beim Spaziergang auf den Menschen überspringen können, aber nee, nee, ich warte mal lieber bis der Zweibeiner schläft.
Regelmäßige Fellpflege – auch, wenn dein Hund die Bürste hasst – entfernt Fremdkörper und Verunreinigungen, reduziert die Anzahl loser Fellhaare und lässt einen Befall mit Parasiten schneller auffallen.
Sie sollte auch dann zum Alltag gehören, wenn dein Hund nicht im Bett schläft.
Häufiger Bettwäsche wechseln
Wer sich um die Hygiene sorgt, wenn der Hund im Bett schläft, kann noch einen Schritt weitergehen. Durch das regelmäßige und häufige Wechseln der Bettwäsche werden die Belastungen durch Keime, Hautschuppen, Rückstände von Schweiß, Pollen und sonstige Verschmutzungen von Zwei- und Vierbeinern öfter entfernt.
Das kommt der generellen Schlafhygiene zugute – wird bei vielen rein dem Menschen vorbehaltenen Betten jedoch trotzdem nicht befolgt. Den Hund im Bett schlafen zu lassen und es in kürzeren Abständen zu reinigen, kann den Hygienestandard also tatsächlich anheben.
Hund im Bett schlafen lassen: die Vorteile
Die Frage, ob der Hund im Bett schlafen sollte, würde sich ohne Vorteile gar nicht erst stellen. Welche Vorzüge sind es aber – die sogar nachweislich bestehen?
Die Bindung wird gestärkt
Hunde sind Rudeltiere. Jaja, ich höre den Aufschrei mancher Experten schon, denn genau genommen leben Hunde nicht in Rudeln, sondern in Sozialverbänden.
Wie die Bezeichnung auch immer ausfällt, die meisten Hunde suchen die Nähe ihres Rudels. Auch und gerade beim Schlafen. Kontaktliegen gibt ihnen Sicherheit und stärkt die Bindung.
Das gilt bei Menschen gleichermaßen. Denn das Kontaktliegen regt wissenschaftlich nachweisbar die Bildung des Hormons Oxytocin an.
Die Entspannung steigt
Die direkte Nähe zu Tieren und das Streicheln allein senken bei Menschen den Blutdruck und dienen dem Stressabbau.
Probleme beim Einschlafen? Leg eine Kuschelrunde mit deinem Vierbeiner ein. Sie ist wirksam, kostenlos, jederzeit möglich und frei von negativen Nebenwirkungen.
Der Schlaf wird erholsamer
Fühlst du dich sicherer, wenn dein Hund direkt neben dir schläft? Damit bist du nicht allein. Viele Menschen und Hunde schlafen tiefer, fester und erholsamer, weil sie durch das Kontaktliegen ein Gefühl der Sicherheit erhalten.
Probleme fallen schneller auf
Meine Oma gehört zu den lebenslangen Hundehaltern. Obwohl sie ihre Vierbeiner liebt und verwöhnt, war sie jahrzehntelang gegen Hunde im Bett.
Das Rational dahinter: Sollte der Hund einmal krank sein, beispielsweise unter Durchfall und Erbrechen leiden, müsste sie ihn ausquartieren und er würde sich bestraft fühlen.
Im ersten Moment klingt das vernünftig und verständlich. In der Praxis hat das eine jedoch nichts mit dem anderen zu tun:
- Auch ein kranker Hund profitiert von Körperkontakt. Viele suchen die Nähe zu ihrem Menschen sogar stärker, wenn es ihnen nicht gut geht.
- Probleme fallen schneller auf. Schmatzt dein Hund ungewöhnlicherweise mitten in der Nacht oder kommt er einfach nicht zur Ruhe? Dahintersteckende Schmerzen oder Krankheiten fallen schneller auf, wenn dein Hund nah bei dir schläft.
- Selbst bei Durchfall oder Erbrechen können die Hunde meisten noch dem Menschenbett entkommen. Oder hineinspringen, sollten sie vorher auf dem Boden gelegen haben. Ein Vorteil des Bettverbots ergibt sich also nicht
Der Rhythmus gleicht sich an
Wusstest du, dass Hunde vollkommen anders als Menschen nicht 7-8 Stunden durchschlafen? Die Vierbeiner haben deutlich kürzere Schlafphasen, dafür aber mehr als Menschen über den Tag verteilt.
Längere Zeit in kompletter Ruhe zu verbringen und damit in etwa den Schlafzeiten ihrer Dosenöffner zu entsprechen, müssen sie also erst lernen und sich anpassen. Das funktioniert schneller, wenn sie durch Körperkontakt beruhigt werden und sich eure Schlafrhythmen durch die direkte Nähe aneinander anpassen können.
Sollte der Hund im Bett schlafen? Potenzielle Nachteile
Mit deinem Hund in einem Bett zu schlafen, ist trotz der Vorteile nicht immer ein Karneval des Kuschelns. Potenzielle Nachteile gibt es ebenfalls. Dazu gehören mehr als Fellhaare, die auch ohne Hund im Bett ihren Weg auf das Kopfkissen finden.
Zu wenig Platz
Platz ist in der kleinsten Hütte! – Das gilt so lange, bis ihr euch im Hochsommer nebeneinander liegend gegenseitig noch zusätzlich erhitzt, du ständig eine Pfote im Gesicht hast oder dich kaum drehen kannst.
Zu wenig Platz im Bett kann alle Vorteile des gemeinsamen Schlafens zunichtemachen.
Unruhe
Dein Hund leckt sich mitten in der Nacht hingebungsvoll die Pfoten ab, läuft über dich oder unruhig in der Gegend umher? Schnarcht er dir ins Ohr oder rennt er, wenn er träumt und trifft dich dabei mit seinen Pfoten? Wann immer zwei Lebewesen in einem Bett schlafen, besteht das Risiko für gesteigerte Unruhe und damit auch für gestörten Schlaf.
Eingeschränkte Privatsphäre
Romantik mit dem Partner, während der Hund auf dem Kissen liegt oder schlimmer noch: mitmachen will?! (Zwischenmenschliche) Intimität kann leiden, wenn der Vierbeiner einen festen Platz im Bett hat.
Allerdings lässt sich dieses Problem ebenso einfach lösen, wie es häufig entsteht. Mehr dazu erfährst du bei den Alternativen zum Hund im Menschenbett.
Wenn der Hund im Bett schläft – Erfahrungswerte
Eine Freundin trennte sich neulich von ihrem Partner. So traurig und wütend sie deswegen war, ein klarer Vorteil kam ihr sofort in den Sinn: Endlich können meine Hunde wieder mit mir im Bett schlafen!
Sie hatte das Kontaktliegen mit ihren Vierbeinern aufgegeben, weil ihr – nun Ex – Freund strikt dagegen war.
Sobald ihre Hunde wieder in ihr Bett durften, schliefen alle besser, waren zufriedener und wirkten fröhlicher. Aus der Erfahrung nahm sie mit, das gemeinsame Bett nicht wieder aufzugeben.
Eine andere Bekannte hatte sich bei ihrem ersten Hund lange Zeit darauf gefreut, endlich mit ihrem Vierbeiner einschlafen zu können. Sie stellte sich das erholsam und entspannt vor. In der Realität schloss sie kein Auge. Zwischen Welpenblues und Angst davor, auf ihren Welpen zu rollen, schreckte sie bei jedem Geräusch hoch.
Ich selbst schlafe, solange ich denken kann, mit Hunden und Katzen in einem Bett oder zumindest im gleichen Raum. Sind die Tiere nicht da, werde ich unruhig. Oft reicht es schon, sie atmen zu hören oder sie in meiner Nähe zu wissen.
Das Ergebnis daraus: Die persönlichen, individuellen Vorlieben unterscheiden sich sehr stark und auch die Gewöhnung spielt eine immense Rolle. Manche Menschen profitieren davon, wenn sie mit ihrem Hund oder auch ihren Hunden in einem Bett schlafen. Für andere ist es (zumindest am Anfang) ein Störfaktor. Zum Glück gibt es reichlich Alternativen und Verbesserungsmöglichkeiten.
Soll der Hund im Bett schlafen? Alternativen und Optionen
Du hast immer noch keine Ahnung, ob dein Hund im Bett bei dir schlafen sollte, oder nicht? Zum einen geht Probieren über Studieren und zum anderen hast du reichlich Möglichkeiten und Alternativen, um deinen Hund bei dir zu haben, ohne unter euren individuellen Nachteilen zu leiden.
Ruhebereich im Schlafzimmer
Kuscheln vor dem Schlafen und dann geht jeder auf seinen Platz? Auch Hunden kann es im Bett zu warm, zu eng oder zu unruhig werden. Kann er in sein Hundebett oder eine Schlafhöhle ausweichen (oder du ihn dort hinschicken), genießt ihr das Beste aus beiden Welten.
An dieser Stelle möchte ich mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufräumen, das selbst Hundetrainer immer wieder von sich geben: Hast du dem Hund einmal erlaubt in deinem Bett zu schlafen, ist das Wegschicken eine Strafe oder wird nicht verstanden. So heißt es.
Und natürlich ist es für deinen Hund verwirrend, wenn er seit Jahren ausschließlich mit im Bett schläft und dann plötzlich ins Hundebett in der Ecke wandern soll. ABER: Abstand einfordern kannst du jederzeit. In einem Rudel passiert nichts anderes.
Bereits die Mutter deines Hundes hatte ebenso wenig wie seine Geschwister immer Lust auf besonders enges Liegen. Manchmal ist es einfach zu warm, der Bauch ist zu voll oder die Nerven sind zu strapaziert fürs Kuscheln. In diesen Fällen ist es vollkommen in Ordnung, den Hund wegzuschicken.
Beistell-Hundebett
Du würdest deinen Hund gerne im Bett haben und auch wieder nicht? Falls du dich nicht entscheiden kannst, gibt es einen wunderbaren Kompromiss, der sich auch für kleine Betten eignet.
Stelle eine große Box oder eine Truhe neben dein Bett, leg ein Hundebett darauf: Fertig ist das Hunde-Beistellbett. Ihr liegt auf der gleichen oder zumindest einer sehr ähnlichen Höhe, könnt kuscheln und kontaktliegen und kommt euch dennoch nicht ins Gehege.
Festgelegter Platz im Bett
Am Fußende ist ausreichend Platz frei? Durch eine Decke kannst du den Bereich zum Hundebett erklären. Das gibt Nähe und Ruhe, ohne zu eng zu werden. Allerdings funktioniert es eher bei großen Betten und kleinen Hunden.
Soll der Hund ins Bett oder nicht?
Das ist eine Frage, die nur du selbst für dich beantworten kannst. Klar ist: Ist dein Hund gepflegt, zählt das Hygiene-Argument nicht. Trägt dein Hund Keime auf sich, verbreiten sich diese ohnehin in der ganzen Wohnung und auch auf dir. Sie landen nicht erst dann im Bett, wenn dein Hund hineindarf.
Und nein, dein Hund wird auch nicht die Weltherrschaft an sich reißen, wenn er neben dir schläft.
Ob du zu den Menschen gehörst, die nach etwas Gewöhnung vom Hund im Bett profitieren oder nicht, kannst auch nur du herausfinden. Lass dich also nicht von Vorurteilen verunsichern, sondern finde selbst heraus, was dir und deinem Vierbeiner guttut.

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