Unsichere Hunde leiden oftmals an einem geringen Selbstbewusstsein. Sie sind schreckhaft, trauen sich nichts zu und reagieren selbst bei kleinsten Reizen ängstlich oder aber aggressiv. Baust du das Selbstbewusstsein deines Hundes gezielt auf, wird der Alltag für euch beide entspannter. Mit unseren 12 Tipps für mehr Selbstvertrauen bei Hunden gelingt dir das schnell und einfach.
- Hilf deinem unsicheren Hund
- Tipp 1: Arbeite an deiner eigenen Selbstsicherheit
- Tipp 2: Gib deinem Hund Sicherheit
- Tipp 3: Beschütze deinen Hund in gruseligen Situationen
- Tipp 4: Schule das Körperbewusstsein
- Tipp 5: Lass deinen Hund Probleme lösen
- Tipp 6: Spiel mit deinem Hund – und lass ihn gewinnen
- Tipp 7: Schaff Erfolgserlebnisse und lobe viel
- Tipp 8: Arbeite gezielt an Unsicherheiten
- Tipp 9: Kreiere positive Erlebnisse
- Tipp 10: Mit Hundesport zum aufgebauten Selbstbewusstsein
- Tipp 11: Andere Hunde als Vorbilder nutzen
- Tipp 12: Bewahre Geduld und geh in kleinen Schritten vor
- ACHTUNG: Angst bei Hunden kann krankhaft sein
Hilf deinem unsicheren Hund
Manche Hunde haben schlechte Erfahrung gesammelt oder gerade eine gewaltige Umstellung hinter sich. Andere werden so geboren oder sind aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen verunsichert.
Unabhängig von dem Grund gibt es Möglichkeiten, das Selbstbewusstsein deines Hundes gezielt aufzubauen. Achte dabei immer auf deinen Vierbeiner und überfordere deine Fellnase nicht. Denn das richtige Tempo ist entscheidend für euren Erfolg.
Tipp 1: Arbeite an deiner eigenen Selbstsicherheit
Du kannst lernen, ein souveräner Hundehalter zu werden. Bereits deine Ausstrahlung bedeutet einen gewaltigen Unterschied für die (Selbst-)Sicherheit deines Vierbeiners.
Tipp 2: Gib deinem Hund Sicherheit
Das Sicherheitsgefühl deines Hundes zu stärken, sorgt für mehr Entspannung und einer erhöhten Resilienz. Selbst nach Anstrengungen und Herausforderungen kann er sich besser erholen und wieder Kraft für die nächste Mutprobe tanken.
Tipp 3: Beschütze deinen Hund in gruseligen Situationen
Soll ich meinen Hund hochnehmen oder nicht? Soll ich den Rückwärtsgang einschlagen und einen Umweg gehen? Soll ich meinen Hund verteidigen?
Lange Zeit galt, dass Hunde durch (potenziell) ängstigende oder faktisch bedrohliche Situationen durchmüssen. Sie soll sich nicht so anstellen. Trost und Schutz machen alles nur noch schlimmer und bestätigen die Angst.
Heute wissen wir, das ist ausgemachter Blödsinn. Was dein Hund durch deinen Schutz lernt, ist:
Er kann sich auf dich verlassen. Du löst Probleme. Bei dir findet er Sicherheit.
Das sind richtige und wichtige Lektionen, die das Selbstbewusstsein ebenfalls fördern. Was du allerdings nicht machen darfst, ist das Fernhalten von allem. Denn dabei lernt dein Hund, dass jede Begegnung und alles bisher Fremde ein Grund zur Angst ist.
Er sammelt keine Erfahrungen und du kannst die Unsicherheit damit sogar noch verschlimmern – oder überhaupt erst erzeugen.
Tipp 4: Schule das Körperbewusstsein
Balancieren, auf einen Baumstamm springen, Treppen steigen, Cavaletti-Training, Wippen, ein K9-Fit Bone – es gibt sehr viele Möglichkeiten, das Körperbewusstsein deines Hundes zu trainieren und zu stärken.
Je mehr sich dein Vierbeiner körperlich zutraut, desto besser. Denn es wirkt sich auch auf die Psyche aus und das Training bringt Erfolgserlebnisse mit sich.
Tipp 5: Lass deinen Hund Probleme lösen
Intelligenzspielzeug, Leckerli-Rollen, ein Hindernis-Parcours bis zum liebsten Snack, mit zusammengeknülltem Papier und Leckerlies gefüllte Papprollen oder Kartons: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, deinem Hund Herausforderungen schmackhaft zu machen.
Du kannst kleine Köstlichkeiten in einen Kong stecken oder in eine alte Socke. Du kannst einen Schnüffelteppich verwenden oder das liebste Spielzeug mit einer Duftspur in der Wohnung verstecken.
Sinn und Ziel ist es, dass dein Hund Erfolgserlebnisse hat.
Tipp 6: Spiel mit deinem Hund – und lass ihn gewinnen
Zergeln und Fangespielen sind ideale Möglichkeiten, deinen Hund zu beschäftigen, ihn gewinnen zu lassen und damit sein Selbstbewusstsein zu stärken. Er hat dir das Zergel aus der Hand gerissen?! Yay!!! Bestätige und lobe ihn.
Er hat dich eingeholt, als du weggerannt bist? Absoluter Sieger!
Zwar klingt das Ganze eher nach spielerischen Albernheiten als nach wirksamem Aufbau des Selbstbewusstseins, doch es funktioniert. Und macht dabei dir und deinem Hund Spaß. Sei kindisch! Lass deinen Hund deine Finger unter einer Decke fangen oder gib dich geschlagen, wenn er ein neben dir liegendes Leckerli klaut.
Dein Vierbeiner hat sich etwas getraut und Erfolg gehabt, das sind die Grundsteine des Selbstbewusstseins.
Tipp 7: Schaff Erfolgserlebnisse und lobe viel
Es war einmal ein Wurf mit 6 Welpen. 5 von ihnen waren aufgeweckt, neugierig, wild. Sie hatten Spaß daran, die Welt zu entdecken und wie die Verrückten miteinander zu spielen. In fremden Menschen sahen sie Krabbelmaschinen, die sie nur noch nicht kannten und gingen schwanzwedelnd und fröhlich durch ihr junges Leben.
Welpine Nummer 6 war von Anfang an unsicher und ängstlich. Laute Geräusche, schnelle Bewegungen, Menschen – selbst normaler Alltag war für sie sofort zu viel. Sie traute sich nichts zu, außer sich besonders schnell zu verstecken.
Jahre später ist sie noch immer ein unsicherer Hund. Sie wird nie freiwillig durch eine Menschenmenge laufen oder sich auch nur von einem Fremden anfassen lassen. Zwischen dem Häufchen unsicheren Elends am Anfang und dem Hund von heute liegen jedoch Welten.
Ein Teil dieses Fortschritts war auf sie zugeschnittenes Lob. Es erfolgte nie laut und aufgeregt, denn Lautstärke und Aufregung ängstigten sie. Dafür erfolgte es häufig und bei scheinbaren Kleinigkeiten.
Erkenn die Leistungen deines Hundes an. Sei es, dass er versuchte eine Treppe zu steigen, obwohl er davor Angst hat. Oder, dass er selbstständig Kontakt gesucht hat. Selbst das Finden eines versteckten Leckerlis ist ein Lob wert.
Dein positives Feedback ist aufbauend! Ständige Kritik und Korrektur verunsichert hingegen noch mehr.
Tipp 8: Arbeite gezielt an Unsicherheiten
Der Aufbau des hündischen Selbstbewusstseins ist immer dann besonders effizient, wenn du die Maßnahmen für deinen Hund maßschneiderst.
Manche profitieren beispielsweise davon, wenn ihr ein gemeinsames Hobby wie Tricksen oder Dog Dancing verfolgt. Anderen hilft es hingegen, wenn sie souveräne Hunde als Vorbilder haben.
Liste zunächst auf, welche Probleme bei deinem Vierbeiner bestehen. Wann ist er besonders unsicher bis ängstlich? In welchen Situationen taut er hingegen auf, ist entspannt oder mutiger? Mit dieser Basis kannst du deutlich einfacher und besser entscheiden, welche Maßnahmen helfen.
Tipp 9: Kreiere positive Erlebnisse
Ausgelassenes Spielen, eine lange Wanderung in reizarmer Umgebung, ein neues Spielzeug, Freilauf in einem sicheren Gebiet oder ausgiebiges Kuscheln – positive Erlebnisse tuen jedem Hund (und Menschen) gut.
Achte darauf, möglichst viele positive Erlebnisse in den Alltag einzubauen. Ob es sich dabei um das Zerfetzen eines Kartons handelt oder um eine Runde zergeln mit dir, die Aktivitäten helfen dabei, Stress abzubauen und stärken das Selbstbewusstsein.
Tipp 10: Mit Hundesport zum aufgebauten Selbstbewusstsein
Agility, Hoopers, Flyball, Canicross oder Mantrailing – es gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Hundesportarten. Vom Dogdancing bis zu Obedience kann der passende Hundesport dir dabei helfen, das Selbstbewusstsein deines Hundes aufzubauen.
Wichtig sind zwei Punkte:
- Wähl einen geeigneten Hundesport aus. Nicht jedes Hobby passt zu jedem Hund und Halter.
- Geh es langsam an. Zu viel zu erwarten, bringt lediglich Frust und Rückschritte.
Extra-Tipp
Ist dein Hund vor allem in der Gegenwart anderer Menschen und Hunde, bei lauten Geräuschen und umgeben von Trubel unsicher? Dann ist ein Kurs oder Workshop in der Hundeschule nicht die richtige Adresse.
Du kannst dich an einen Hundetrainer wenden und Einzelstunden buchen. Oder du schaffst die Möglichkeiten für Hundesport im Alleingang. Zum Ausprobieren ist es beispielsweise möglich, einen Hundeplatz zu mieten oder die Grundlagen allein zu testen.
Tipp 11: Andere Hunde als Vorbilder nutzen
Souveräne Hunde können wunderbare Vorbilder für unsichere Vierbeiner sein. Bereits gemeinsame Spaziergänge bieten die Möglichkeit, dass sich ängstliche Fellnasen etwas von den selbstbewussten Hunden abschauen.
Aber: Wirf deinen Hund bitte nicht auf die Hundewiese und hoff darauf, dass er an die richtigen Mithunde gerät. Auch ihn mit fremden Hunden spielen zu lassen oder dir einen Zweithund zuzulegen, ist eine denkbar schlechte Idee.
Besser sind geplante Treffen und gemeinsame Spaziergänge, auf denen sich dein Hund entspannen kann und kein direkter Kontakt erzwungen wird.
Tipp 12: Bewahre Geduld und geh in kleinen Schritten vor
Ich kann nicht mehr zählen, wie oft mir Hundehalter erzählen: „Wir haben ALLES versucht! Nichts funktioniert!!!“
Frage ich dann nach, stellt sich zu 99,9 Prozent heraus, dass sie durchaus vieles versucht haben. Für gewöhnlich 25 Sachen innerhalb von 5 Tagen. (Ich übertreibe nur leicht.)
Zu schnell zu viel zu testen und erreichen zu wollen, baut jedoch nur Druck und Unsicherheit auf. Gerade ängstliche Hunde brauchen viel Zeit, um sich an Neues zu gewöhnen. Probierst du zu viel auf einmal oder zu schnell hintereinander, überforderst du deinen Vierbeiner.
Selbst wenn du damit anfängst, deinen Hund öfter zu loben: Lass das wirken und zur Normalität werden, bevor du die nächste Strategie einführst. Nur dann wirst du sichere und nachhaltige Fortschritte erzielen.
ACHTUNG: Angst bei Hunden kann krankhaft sein
Unsicherheit und Angst bedeuten negativen Stress. Negativer Stress macht auf Dauer krank. Die Verbindung aus Unsicherheit und Krankheiten geht aber nicht nur in eine Richtung.
Auch Krankheiten können dafür sorgen, dass dein Hund unsicher und ängstlich wird oder einfach von Anfang an ist. Selbst Hunde können unter psychischen Problemen wie:
- Angststörungen
- Autismus
- Depressionen
leiden.
Hinzu kommen Veränderungen und Zustände im Leben, wie:
- eingeschränktes Gehör
- geistige oder körperliche Überforderung
- nachlassende Muskelkraft
- nachlassende Sehkraft
- reduzierte Beweglichkeit
- Schlafmangel und Erschöpfung
- Schmerzen
Ist dein Hund von Reizen überflutet oder hat er das Gefühl, sich nicht wehren zu können? Das würde jeden verunsichern.
Tierärztliche Behandlungen und ein angepasster Umgang helfen dennoch dabei, das grundlegende Selbstbewusstsein aufzubauen und ein entspannteres Leben zu ermöglichen.
Lass also immer abklären, ob gesundheitliche Einschränkungen bei deinem Hund vorliegen. Handelt es sich nicht um organische Ursachen, kann dir ein Tierarzt mit der Zusatzqualifikation „Verhaltenstherapie“ weiterhelfen.

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