Wie werde ich als Hundehalter selbstsicherer? 11 Tipps

Hunde profitieren von einem souveränen Halter, der ihnen Sicherheit gibt. Gleichzeitig profitierst du davon, wenn du deine Fähigkeiten und damit dein Selbstbewusstsein aufbaust. In unseren 11 Tipps erfährst du, wie du schnell und einfach zum besseren Hundehalter wirst.

  1. 11 Tipps für souveräne Hundehalter
    1. Tipp 1: Leg deine eigenen Regeln fest
    2. Tipp 2: Vergrößere dein Wissen
    3. Tipp 3: Finde deine Unsicherheiten und Ängste
    4. Tipp 4: Lern blockieren
    5. Tipp 5: Statte dich richtig aus
    6. Tipp 6: Mach Training für dich und deinen Hund zur Priorität
    7. Tipp 7: Arbeite gezielt an Problemen und Schwächen
    8. Tipp 8: Halte Erfolge und Fortschritte fest
    9. Tipp 9: Stell dich Herausforderungen
    10. Tipp 10: Bilde dich weiter
    11. Tipp 11: Achte auf deine Ausstrahlung
  2. Warum Selbstsicherheit eine bedeutende Rolle für Hund und Halter spielt

11 Tipps für souveräne Hundehalter

Manche Menschen schaffen sich Hunde an, um sich sicherer zu fühlen. Das Problem dabei: Unsichere Hundehalter setzen ihre Hunde unter Druck und stressen sie. Denn irgendjemand muss die Führung übernehmen und für Sicherheit sorgen.

Soll das der Vierbeiner erledigen, kann das übel ausgehen. Denn er setzt dafür nicht selten seine Zähne ein.

An deiner Selbstsicherheit und an deiner Souveränität zu arbeiten, bringt dir und deinem Hund noch eine ganze Reihe weiterer Vorteile. Darunter eine verbesserte Bindung und mehr Entspannung.

Bereit für dein Hundehaltertraining? Los geht’s!

Tipp 1: Leg deine eigenen Regeln fest

Was soll dein Hund können? Was ist dir herzlich egal? Bei welchen Regeln verstehst du nicht einmal den Sinn?

Im Alltag begegnen mir immer wieder Hundehalter, die halbherzig Kommandos von sich geben oder versuchen, an ihrem Hund herumzuerziehen. Und verzweifelt sind, weil es nicht funktioniert. Dafür kann es natürlich zahlreiche Gründe geben.

Ein recht häufiger davon ist jedoch: Sie stehen gar nicht dahinter. In der Folge sind sie weder authentisch noch konsequent.

Beantworte bei jeder einzelnen deiner Regeln die folgende Frage:

Warum muss mein Hund das machen/ können?

Nein, die Antwort darf nicht lauten: „Weil man das so macht.“ Oder: „Der Hundetrainer im Fernsehen/ in der Hundeschule hat gesagt.“ Auch nicht: „Weil halt.“

Kannst du etwas nicht logisch begründen und ist es dir nicht wirklich wichtig, machst du dich unglaubwürdig. Gegenüber deinem Hund, dir selbst und der Umgebung.

Ich habe zum Beispiel nie den Sinn darin gesehen, Hunde vor dem Überqueren der Straße absitzen zu lassen. Ich lehne es sogar ab. Warum sollten sie sich ständig in den Straßendreck setzen – und das auch noch bei jedem Wetter?

Stattdessen bleiben meine Hunde beim „Stopp!“-Signal stehen und richten ihren Fokus auf mich.

Auch meinen Hund im Freien irgendwo abzulegen, bleiben zu lassen und 10, 20 oder 30 Meter weiter wegzugehen, erschließt sich mir nicht. Es bringt mir keinen Vorteil. Im Gegenteil. Mich macht es nervös, wenn meine Hunde zu weit weg sind. Dazu würde ich meine Fellnasen im Freien nie irgendwo entfernt von mir bleiben lassen. Wozu auch?

Das Stopp-Signal reicht mir dabei ebenfalls vollkommen.   

Finde deine wichtigen Regeln und sortier den Rest aus.

Tipp 2: Vergrößere dein Wissen

Wissen ist Macht. Die Körpersprache der Hunde lesen zu können, Training richtig aufzubauen und sogar das Wissen um die Gesetze vor Ort, bringen dich weiter und bauen deine Selbstsicherheit auf.

Was zuerst auf deinem individuellen Lernplan stehen sollte, erfährst du in den folgenden Tipps.

Tipp 3: Finde deine Unsicherheiten und Ängste

Bist du dir unsicher, ob du etwas richtig machst? Hast du auf Gassirunden gelegentlich Angst? Steh dazu und notier die Punkte.

Dir deine Schwachstellen bewusst zu machen, ist die beste Basis dafür, gezielt an ihnen zu arbeiten.

Obwohl ich mit Hunden aufgewachsen bin, mit ihnen arbeite und von ihnen umgeben bin, hasse ich einige Fremdhundebegegnungen. Sehe ich einen Hund ohne Halter oder einen Halter, der keine Kontrolle über seinen Hund hat, wurde ich lange Zeit nervös bis ängstlich.

Also habe ich mir passende Strategien dafür zurechtgelegt, in solchen Situationen richtig und sicher zu handeln. Mach ich deswegen Freudensprünge, wenn mal wieder ein leinenloser Hund auf uns zugerast kommt? Definitiv nicht! Aber ich weiß, dass und wie ich meine Hunde beschützen kann. Das gibt Sicherheit.

Tipp 4: Lern blockieren

Wo wir gerade beim Thema sind: Auf dich und deinen Hund zustürmende Fremdhunde sind für viele Menschen zumindest ein Stressfaktor.

Anstatt die unhöflichen oder sogar aggressiven Annäherungen zuzulassen, aufs Beste zu hoffen oder dich im Anschluss über deine Hilflosigkeit zu ärgern: Lern Blocken!

Hundeschulen und Hundevereine bieten gelegentlich entsprechende Kurse an. Ist das in deiner Wohngegend nicht der Fall? Frag nach! Übungseinheiten sind schnell organisiert und sobald du das Grundprinzip verstanden und einige Male angewendet hast, kannst du allein trainieren.

Tipp 5: Statte dich richtig aus

Vor 20 Jahren kaufte ich mein erstes Pfefferspray. In diesen zwei Jahrzehnten habe ich jedes neue Abwehrspray exakt einmal angewendet. Zur Übung, um zu sehen, wie viel Kraft ich aufwenden muss und wie das Sprühverhalten ausfällt.

Gegen Tiere oder Menschen eingesetzt, habe ich es noch nie. Warum trage ich also immer noch Pfefferspray mit mir herum? Ganz einfach: Weil mir allein das Wissen, für den Notfall Hilfe in der Tasche zu haben, Sicherheit gibt.

Tipp 6: Mach Training für dich und deinen Hund zur Priorität

Du kannst andere Hunde und ihre Halter nicht ändern. An dir selbst und an deinem Vierbeiner zu arbeiten, ist hingegen jederzeit möglich. Gemeinsames Training und gemeinsame Hobbys lassen euch zu einem engen Team zusammenwachsen.

Ihr werdet berechenbarer und verlässlicher füreinander und damit auch sicherer. Erinnere dich zudem an den Spruch: Übung macht den Meister. Mit zahlreichen erfolgreichen Wiederholungen geht auch mehr Souveränität einher.

Tipp 7: Arbeite gezielt an Problemen und Schwächen

Mit weniger als 50 kg verteilt auf 1,61 m bin ich vieles, nur nicht beeindruckend. Hinzu kommt, dass ich nicht im Mindesten bedrohlich wirke und Menschen sich mir gegenüber sehr oft respektlos und übergriffig verhalten. Pack darauf noch niedliche, kleine Hunde und der wandelnde Streichelzoo ist perfekt.

Für mich und meine Angsthunde ist das ein wirkliches Problem. Also musste ich Lösungen dafür finden, uns aufdringliche Menschen vom Leib zu halten.

Meine Größe und mein Gewicht sind weitere Schwachstellen. Kraft ist immer noch Masse x Beschleunigung. Rein kräftetechnisch hätte ich daher schon bei einem 30 kg Schäferhund verloren, sobald er in der Leine hängt oder mich angreift.

Dennoch kann ich deutlich größere und schwerere Hunde halten und mich im Ernstfall gegen sie wehren. Allerdings nicht mit Kraft, sondern mit den richtigen Techniken.

Wirf einen Blick auf deine Schwachstellen und andauernden Probleme. Versteht dein Hund unter Leinenführigkeit beispielsweise, dich im Zickzack durch die Gegend zu ziehen? Ignoriert er dich beim Gassigehen? Oder sind Fremdhunde dein größeres Problem?

Es gibt in jedem Fall Mittel und Maßnahmen, um schrittweise und gezielt Lösungen zu finden und dich dadurch sicherer (und entspannter) werden zu lassen.  

Tipp 8: Halte Erfolge und Fortschritte fest

An schlechten Tagen oder in anstrengenden Phasen ist es einfach, die eigenen Leistungen zu vergessen. Besinn dich immer wieder darauf, was du bereits geschafft hast. Nicht nur mit deinem Hund, sondern in deinem Leben generell.

Anstatt durchzuhängen, zu verzweifeln und unsicher zu sein, gibt dir die Konzentration auf Fortschritte und Erfolge Kraft und Selbstsicherheit.

Tipp 9: Stell dich Herausforderungen

Ebenso wie das Selbstbewusstsein von Hunden kannst du deine Selbstsicherheit Schritt für Schritt auf- und ausbauen. Stell dich hin und wieder Herausforderungen wie einem Workshop in der Hundeschule, einem Selbstverteidigungskurs oder etwas, das du schon immer unternehmen wolltest, dich aber bisher nicht getraut hast. Dabei muss es sich nicht um Hundethemen handeln.

Geh zum Indoor-Skydiving oder sing öffentlich Karaoke. Die kleinen Mutproben zeigen dir, wozu du fähig bist und was du schaffen kannst. Auch das wirkt sich positiv auf Selbstvertrauen und Selbstsicherheit aus.

Tipp 10: Bilde dich weiter

Praktische Kurse, Stunden mit einem kompetenten Hundetrainer, aber auch Bücher, Austausch mit anderen Hundehaltern und nicht zuletzt PunkRockPudel helfen dir dabei, dein Wissen und deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Je mehr du weißt und kannst, desto sicherer fühlst du dich. Du sammelst nicht zuletzt weitere Tipps und gewinnst vielleicht sogar Kontakte, die dir bei Fragen und Problemen zur Seite stehen.

Tipp 11: Achte auf deine Ausstrahlung

Sicherer Stand, breite Schultern, aufrechte Pose – das wirkt bei Menschen und Hunden gleichermaßen. Allerdings sind Ausstrahlung und Körpersprache nicht nur beeindruckend (oder verraten deine Unsicherheit).

Auf deine Haltung zu achten und sie zu trainieren, steigert deine Selbstsicherheit auch. Und wenn du schon dabei bist, beschäftige dich zusätzlich mit deiner Körpersprache und wie sie bei Hunden ankommt. Meine Empfehlung dazu ist das Buch „Das andere Ende der Leine“ von Patricia B. McConnell.  

Warum Selbstsicherheit eine bedeutende Rolle für Hund und Halter spielt

Selten hat mich etwas so beeindruckt, wie eine weiße Mittelschnauzer-Hündin und ihre Halter. Das erste Mal traf ich die Hündin mit ihrer Halterin. Der Hund riss an der Leine, bellte wie verrückt, knurrte, fletschte und erwürgte sich fast bei dem Versuch, sich auf meinen Rüden zu stürzen.

Die Frau am anderen Ende der Leine hatte sichtbar Mühe, ihre Hündin festzuhalten. Sie wirkte panisch und verzweifelt. Aber auch ein Stück weit resigniert.

Ein paar Tage später sah ich die weiße Mittelschnauzer-Hündin wieder. Wie du dir denken kannst, war ich aufgrund ihres Verhaltens beim ersten „Treffen“ sofort in Alarmbereitschaft. Noch schlimmer als ein erneutes Bell-Fest: Dieses Mal war die Hündin ohne Leine unterwegs.

Ich machte mich auf das Schlimmste gefasst und es passierte: nichts. Zwar startete die Schnauzerin einen Versuch in unsere Richtung, doch wurde sofort abgerufen und lief, ohne uns weiter zu beachten, vorbei.

Im ersten Moment dachte ich, ich hätte den Hund verwechselt. Aber das war es nicht. Der einzige Unterschied war ihre Begleitung. Wie ich bei jedem Kontakt danach feststellen musste, war die Hündin mit ihrem selbstsicheren Herrchen tiefenentspannt.

War sie hingegen mit ihrem unsicheren Frauchen unterwegs, verwandelte sie sich in eine Furie. Was sie mit dem Mann vollkommen kalt ließ, wurde mit der Frau zur Bedrohung.

Deine Selbstsicherheit ist also einer der Faktoren dafür, wie dein Hund seine Umgebung wahrnimmt. Fühlt er sich sicher oder hat er Angst und ist auf 180? Das hängt zu einem guten Teil davon ab, wie viel Sicherheit du ihm gibst.  

Deine Sicherheit und Souveränität haben zudem für dich selbst einen Vorteil. Wer ständig Angst im Nacken hat und an sich zweifelt, kann sich kaum konzentrieren. Weder wirklich auf den eigenen Hund noch auf die Umgebung.

Arbeitest du an deiner Sicherheit, wirst du entspannter und ein besserer Hundehalter. Und kannst dich auf das konzentrieren, was gerade wirklich wichtig ist.

Antwort

  1. Avatar von 12 Tipps zum Aufbau des Selbstbewusstseins bei Hunden – PunkrockPudel

    […] Du kannst lernen, ein souveräner Hundehalter zu werden. Bereits deine Ausstrahlung bedeutet einen gewaltigen Unterschied für die (Selbst-)Sicherheit deines Vierbeiners. […]

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