Wie gebe ich meinem Hund Sicherheit? Das ist eine der häufigsten Fragen, die sich Halter unsicherer und ängstlicher Hunde stellen. Hier erfährst du, wie du gezielt das Gefühl von Sicherheit aufbaust und im Alltag erhältst. Mit den folgenden 15 Tipps schaffst du es einfach und schnell, deinem Hund Tag für Tag mehr Sicherheit zu geben und selbst souveräner zu werden.
- Wie äußern sich Unsicherheit und Angst bei Hunden?
- 15 Tipps mit denen du deinem Hund sofort mehr Sicherheit gibst
- Tipp 1: Schaff eine Routine
- Tipp 2: Kreiere einen sicheren Platz mit Überblick
- Tipp 3: Gib einen verlässlichen Rahmen vor
- Tipp 4: Werde selbstsicherer
- Tipp 5: Agiere vorausschauend
- Tipp 6: Entdecke und erkunde im Hundetempo
- Tipp 7: Zeigen und Benennen
- Tipp 8: Bau das Selbstbewusstsein deines Hundes auf
- Tipp 9: Gestalte Mutproben
- Tipp 10: Nimm Ängste ernst!
- Tipp 11: Finde das richtige Maß
- Tipp 12: Motivier deinen Hund – aber richtig!
- Tipp 13: Schaff positive Erlebnisse und Kontakte
- Tipp 14: Vermeide furchteinflößende Situationen
- Tipp 15: Nutze die Kraft des Kontakts
Wie äußern sich Unsicherheit und Angst bei Hunden?
Unsicherheit und Ängste äußern sich auf vielen Wegen. Zu den typischen Anzeichen gehören:
- Aggressionen
- andauerndes Bellen, Fiepen und Jaulen
- Bewegungsstarre
- eingezogene Rute und geduckte Haltung
- Fiddeln
- Meideverhalten und Flucht
- Nähe zum Halter suchen
- Schreckhaftigkeit
- Speicheln
- ständiges Hinterherlaufen
- starkes Hecheln ohne Grund
- Zerstörung
- Zittern
- Zurückziehen und Verstecken
Leider hält sich hartnäckig, dass Disziplin und Zwang die beste Wahl sind, wenn Hunde Angst haben oder unsicher sind. Zum einen schadest du damit aber eurer Bindung oder lässt erst gar keine gesunde Bindung aufkommen. Zum anderen setzt du deinen Vierbeiner immer wieder vollkommen unnötig Stress aus.
Dieser macht auf Dauer krank.
Anstatt deinen Hund also überall durchzuzwingen oder dich darüber zu ärgern, dass er dir ständig hinterherläuft und dich damit angeblich kontrollieren will, helfen deinem Vierbeiner und dir die folgenden Tipps weiter.
15 Tipps mit denen du deinem Hund sofort mehr Sicherheit gibst
Mit einem unsicheren Hund ist vieles schwieriger. Vollkommen alltägliche Situationen stressen den Vierbeiner, führen zu Meideverhalten oder sogar zu Aggressionen.
Auch wenn ein Hund nicht grundlegend unsicher oder ängstlich ist, können ein Umzug, Besitzerwechsel oder Trauer beim Hund zur Verunsicherung führen.
Willst du deinem Hund gezielt helfen? Die folgenden 15 Tipps für mehr Sicherheit beim Hund sind die beste Basis dafür.
Tipp 1: Schaff eine Routine
Spaziergang, Training, Futter – feste Abläufe, Fütterungszeiten und Gassirunden zumindest am Anfang beizubehalten, schafft Verlässlichkeit.
Vermeide abrupte Änderungen und achte darauf, nicht zu viel Neues auf einmal einzuführen.
Tipp 2: Kreiere einen sicheren Platz mit Überblick
Ein sicherer Rückzugsort ist wichtig für gesunden Schlaf, Entspannung und Geborgenheit. Ideal ist es, wenn dein Hund dort keinen Stress erlebt – also nicht über ihn gegriffen wird oder ständig jemand vorbeiläuft. Er aber dennoch nicht so weit ab vom Schuss ist, dass er gar nichts mitbekommt.
Am besten lässt du deinen Hund bestimmen, wo er am liebsten liegen möchte. Meist gut geeignet sind Zimmerecken oder die ruhige Seite neben der Couch.
Hinzu kommt noch, dass Höhe Vorteile mit sich bringt. Darunter den weiteren Überblick und das Gefühl, sicherer zu sein. Falls die Möglichkeit besteht, biete gleichzeitig eine Schlafhöhle mit leichter Erhöhung und einen Platz auf Couch und Bett an. Deine Nähe und die Option für direkten Körperkontakt (wie Kontaktliegen) hilft vielen Hunden dabei, sich geschützt zu fühlen.
Tipp 3: Gib einen verlässlichen Rahmen vor
Überleg dir sehr genau, welche Regeln für deinen Hund gelten und warum. Meine Hunde haben nur wenige Regeln, weil mir wenig wirklich wichtig ist.
Ihre Sicherheit hat oberste Priorität. Daraus ergeben sich die folgenden Regeln:
- Im Freien wird nichts, absolut NICHTS aufgenommen, was nicht aus meiner Hand kommt. Auch dann nicht, wenn es von Freunden oder Familie kommt oder mir aus der Hand gefallen ist.
- Nähern sich aggressive Fremdhunde, müssen meine Hunde sofort hinter mich gehen. Es wird nicht gepöbelt, nach vorne gezogen oder auf dicke Hose gemacht. Angreifer legen sich mit mir an und ansonsten mit niemandem.
- Wenn ich sage “SPUCK ES AUS!“, gibt es absolut keine Diskussion. Wer der Meinung ist, schlingen zu müssen, hat meine Hand schneller im Hals als er gucken kann.
Hinter diesen Regeln stehe ich voll und ganz. Ich vermittle sie authentisch und konsequent. Sie gelten absolut immer. Bereits das gibt Sicherheit.
Ein konsequenter, verlässlicher Rahmen ist nicht nur das Fundament für die Erziehung. Sondern für das ganze, entspannte Zusammenleben mit deinem Hund.
Achte bei deinen Regeln auf die gleichen Punkte.
- Stehst du voll und ganz hinter ihnen? Nicht: Heute gilt es, morgen überleg ich mir das nochmal.
- Verwende immer die gleichen Kommandos.
- Trainiere die Kommandos so auf, dass sie dein Hund wirklich verstehen und verinnerlichen kann.
Denn alles andere ist unfair und verunsichernd.
Tipp 4: Werde selbstsicherer
Manche Menschen schaffen sich Hunde an, um sich sicherer zu fühlen. Das Blöde daran, wenn du selbst unsicher bist? Du überträgst die Unsicherheit auf deinen Hund.
Einige Hunde gehen dann nach vorne und zeigen sich (proaktiv) aggressiv. Andere werden noch ängstlicher. In beiden Fällen ist der Grund dafür, dass sie bei dir nicht den nötigen Schutz und die erforderliche Sicherheit erhalten.
Wirst du zum selbstsicheren und souveränen Hundehalter, wird auch dein Hund entspannter. Wie du deine Hundehalterqualitäten verbesserst, erfährst du im Ratgeber „Wie werde ich als Hundehalter selbstsicherer? – 11 Tipps“.
Tipp 5: Agiere vorausschauend
Am Horizont taucht ein anderer Hund auf und dein Vierbeiner ist bei Begegnungen verunsichert? Ändere die Richtung oder weich aus, bevor dein Hund ängstlich wird.
Auf euch stürmen Menschen zu und wollen deinen Hund streicheln? Stell dich vor ihn, streck deine Hand Richtung der Menschen aus und sag laut „Stopp!“
Du signalisierst deiner Fellnase damit, dass du dich um Gefahren und Angstauslöser kompetent und proaktiv kümmerst. Und, dass du sein Beschützer bist.
Tipp 6: Entdecke und erkunde im Hundetempo
Einfach mal eine Weile auf der Parkbank sitzen und die Umgebung beobachten. In Zeitlupe durch den Wald oder Park laufen und vom Mülleimer bis zum raschelnden Laub alles in Ruhe inspizieren:
Kann dein Hund in seinem Tempo erkunden und entdecken, verliert vieles seinen Schrecken.
Achte bitte darauf, dass nicht zu viele Reize auf ihn einprasseln. Wähle also Zeiten und Gegenden, zu und in denen wenig los ist.
Tipp 7: Zeigen und Benennen
Hierbei handelt es sich nicht um ein Spiel, sondern um eine praktische Methode für ängstliche, unsichere und jagende Hunde.
Wie sie funktioniert, erfährst du im demnächst erscheinenden Artikel: „Zeigen und Benennen – Schritt für Schritt“.
Du zeigst, benennst und baust damit Alternativverhalten auf.
Tipp 8: Bau das Selbstbewusstsein deines Hundes auf
Ja, auch Hunde haben Selbstbewusstsein. Oder eben auch nicht. Unsichere Hunde trauen sich oftmals selbst nichts zu, fühlen sich hilflos und (ohne ihren Menschen) aufgeschmissen.
Das lässt sich ändern. Je häufiger dein Hund bemerkt, dass er etwas kann, desto besser.
Ideal für den Aufbau des hündischen Selbstbewusstseins sind:
- Hundesport wie Agility oder Cavalletti Training
- Hobbys mit deinem Hund wie Tricksen
- Intelligenzspielzeuge oder Nasenarbeit
Kurz gesagt: Wann immer dein Hund etwas lernt oder bewältigt, dafür gelobt wird und seine Fähigkeiten weiterentwickelt, wächst sein Selbstbewusstsein. Die Unsicherheit nimmt hingegen ab.
Tipp 9: Gestalte Mutproben
Kleine Mutproben sehen für jeden Hund anders aus. Für den einen kann es bedeuten, eine Treppe zu steigen. Für den anderen, den Windhauch eines Ventilators zu ertragen – ohne davor wegzurennen.
Kleine Herausforderungen zeigen deinem Hund schrittweise, dass manches nicht so beängstigend ist wie gedacht. Wichtig ist dafür wiederum, im Tempo deines Hundes vorzugehen und Erfolgserlebnisse zu schaffen.
Wie das funktioniert, erfährst du demnächst im Artikel: „Angst bei Hunden durch Mutproben abbauen“.
Tipp 10: Nimm Ängste ernst!
Lange Zeit galt und auch heute noch hält sich der Schwachsinn, dass Menschen die Angst bei Hunden ignorieren sollen. Jede Zuwendung in diesem Moment würde die Angst nur verstärken.
Kauerst du dich selbst zitternd neben deinen Vierbeiner, kann das natürlich passieren. Die Angst anzuerkennen, deinen Hund zu beruhigen und aus der Situation zu entfernen, ist jedoch etwas vollkommen anderes. Es ist zudem wichtig für eure Bindung und für die Fortschritte beim Angstabbau.
Tipp 11: Finde das richtige Maß
Deinen Hund gar nicht vor Herausforderungen zu stellen ist ebenso verkehrt wie ihn zu überfordern. Richtig und wichtig ist es, deinen Hund genau so weit herauszufordern, dass er die Mutprobe bewältigen kann und am Ende ein Erfolgserlebnis steht.
Willst du Fortschritte machen und sein Selbstbewusstsein stärken? Finde die individuelle und tagesformabhängige goldene Mitte.
Tipp 12: Motivier deinen Hund – aber richtig!
Leckerli, Streicheleinheit, Spielen oder Kuscheln – für jeden Hund funktioniert etwas anderes am besten.
Finde heraus, was deinen Hund am stärksten motiviert und nutze es gezielt, um Unsicherheiten und Ängste allmählich abzubauen.
Tipp 13: Schaff positive Erlebnisse und Kontakte
Ein schöner Spaziergang mit anderen Hunden, eine erfolgreiche Trainingseinheit, ein Suchspiel, bei dem dein Vierbeiner ein neues Spielzeug findet oder ein freundlicher Fremder:
Je mehr positive Erlebnisse und Erfahrungen dein Hund sammelt, desto mehr werden Unsicherheiten abgebaut.
Förderliche soziale Kontakte helfen zusätzlich dabei, Ängste zu überwinden. Souveräne Hunde können sogar eine Vorbildfunktion einnehmen.
Tipp 14: Vermeide furchteinflößende Situationen
Für einen unsicheren oder ängstlichen Hund wirkt vieles bedrohlich. Dazu gehören beispielsweise Streitigkeiten zwischen Menschen, Wut, laute Geräusche und impulsive Handlungen.
Du kannst zwar nicht alles fernhalten, was Stress auslöst, einige Situationen kannst du aber durchaus vermeiden oder besser gestalten.
Wirst du laut, wenn du dich ärgerst? Arbeite daran. Wirfst du Türen, bist länger genervt oder hast schnell eine kurze Zündschnur?
Mach dir diese Dinge bewusst. Sie beeinflussen deinen Umgang mit deinem Hund und können Unsicherheit verstärken.
Bist du gerade sauer? Reagier dich erst einmal ab, bevor du es (unabsichtlich) an deinem Vierbeiner auslässt oder auch nur ungeduldig bist und dir damit Trainingsfortschritte kaputt machst.
Tipp 15: Nutze die Kraft des Kontakts
Nicht jeder Hund will oder braucht körperliche Nähe. Manche suchen sie jedoch sehr aktiv und profitieren davon.
Zwing deinem Hund weder Streicheln noch Kuscheln oder Umarmen auf.
Willkommene Nähe und Kontaktliegen sind jedoch sehr effiziente Mittel, um deinem Hund Ruhe, Bindung und Sicherheit zu geben. Aus diesem Grund ist es unter anderem sinnvoll, deinen Sofawolf auch wirklich auf das Sofa zu lassen oder dir mit ihm das Bett zu teilen.
Gemeinsam und eng beieinander zu entspannen, tut im Übrigen nachweislich dem Menschen ebenfalls gut.

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