Dein Hund wälzt sich in toten Tieren und Kot? Dann hat der dafür gute Gründe. Auch wenn das hündische Einparfümieren für Menschen eklig und ärgerlich ist, bringt es für den Hund Vorteile mit sich. Woran es liegt, wie du es vermeiden kannst und worauf es beim Auswaschen ankommt, erfährst du hier.
- Mein Hund wälzt sich in Aas und Kot! Was tun?
- Hunde wälzt sich in stinkenden Sachen – die Ursachen
- Mein Hund wälzt sich in Kot, Aas und Müll – ist das gefährlich?
- Mein Hund hat sich in Kot gewälzt – wie bekomme ich den Geruch weg?
- Kann ich meinem Hund das Wälzen abgewöhnen?
Mein Hund wälzt sich in Aas und Kot! Was tun?
Hunde wälzen sich aus verschiedenen Gründen. Erfolgt es im Hundebett oder auf sauberem Rasen, ist es schlicht ein Ausdruck des Wohlgefühls. Werfen sie sich hingegen gezielt in „aromatische“ Hinterlassenschaften oder Kadaverreste, sind die Ursachen deutlich begrenzter.
Hunde wälzt sich in stinkenden Sachen – die Ursachen
Die guten Nachrichten: Dein Hund wälzt sich nicht in dem stinkenden Haufen von Wildschwein und Co. oder in einem toten Fisch neben dem Bachufer, um dich zu ärgern. Er parfümiert sich auch nicht, weil er wahnsinnige Lust auf ein Bad hat.
Die schlechten Nachrichten: Hunden das Einparfümieren vollständig und verlässlich abzugewöhnen, ist schwierig bis unmöglich. Zudem bringt es einige Gefahren mit sich.
Werfen wir jedoch erst einmal einen Blick auf die Gründe für das Wälzen in Unrat.
Sexualpartner beeindrucken
Bereits Welpen wälzen und schubbern sich, wenn sie sich wohlfühlen. Das Wälzen in Kadavern und Co. setzt allerdings erst mit der Geschlechtsreife ein. Das ist kein Zufall.
Vierbeiner reiben zielgerichtet Körperstellen in geruchsintensiven Hinterlassenschaften, die als erogene Zonen gelten. Dabei handelt es sich um:
- Hals
- Nacken
- Wangen
- Rutenansatz/ Po
Sie parfümieren sich also und können diese Bereiche potenziellen Sexualpartnern vorführen, um sie zu beeindrucken. Dahinter steckt allerdings auch noch ein anderer Grund, wie du gleich siehst.
Imponiergehabe und Stand im Rudel
Werden Hunde erwachsen, erwachen nicht nur langsam die Sexualhormone. Ebenso wie menschliche Jugendliche werden sie aufmüpfig, begegnen ihrer Familie und Fremdhunden anders und die Eigenheiten der Rasse kommen gemeinsam mit dem Jagdtrieb stärker zum Tragen.
Aus dem umgänglichen und pflegeleichten Welpen wird zwar nicht von einem Augenblick zum nächsten ein unverträglicher Jäger. Die Ohren stehen allerdings häufiger auf Durchzug und Kommandos scheinen vergessen zu sein.
Ebenso wie bei zweibeinigen Teenies verhandeln Junghunde in der Pubertät die Grenzen neu. Unter anderem aus diesem Grund werden viele Hunde während der anstrengenden Pubertät abgegeben. Nicht zuletzt deswegen, weil sie nun „auspacken“.
Aus der verspielten Babyversion des Deutschen Schäferhundes wird ein Hund, der tendenziell nach vorne geht. Aus dem schlaksigen Rhodesian Ridgeback wird ein stämmiger Jäger. Terrier entdecken ihren Dickschädel so richtig und alle positionieren sich neu in ihrem „Rudel“ und gegenüber Fremdhunden.
Wälzt sich dein Hund in allem, was gen Himmel stinkt, zeigt er damit deutlich sein Erwachsenwerden. Denn er stellt damit etwas unter Beweis, das erwachsene und fähige Hunde können müssen.
Eigenduft überdecken
Hunde gehören zu den Makrosmaten. Was es damit auf sich hat, erfährst du weiter unten. Sie haben einen herausragenden Geruchssinn. Damit sind sie im Tierreich allerdings nicht allein. Auch ihre potenziellen Beutetiere nehmen ihre Umwelt und mögliche Feinde darin über den Geruch wahr.
Möchten Sie als Jäger erfolgreich sein, dürfen sie ihre Beute nicht vorwarnen. Daher überdecken sie ihren Eigengeruch so gut wie möglich, indem sie die Duftmarken anderer Tiere annehmen.
Stellen sie sich frisch einparfümiert bei ihrem eigenen Rudel oder bei anderen Hunden vor und wirken dabei stolz und erhaben, weisen sie auf ihre Eignung als Jäger und damit als Versorger hin. Sie haben das „olfaktorische Camouflage“ im Repertoire und sind damit keine Welpen mehr.
Erwachsen und fähig, wie ein Hund nach dem Wälzen in Unrat aus seiner Sicht ist, kommt er damit auch zur Fortpflanzung infrage und hat sich eine höhere Stelle in der Gemeinschaft verdient.
Zusammengehörigkeit stärken
Streng genommen leben die meisten Hunde nicht in Rudeln. Auch, wenn du mehrere Vierbeiner zusammenhältst. Vertragen sich deine felligen Familienmitglieder, nähern sie ihren Eigengeruch aneinander an.
Sie verwenden die gleichen Schlafplätze, kuscheln, spielen, putzen sich gegenseitig und liegen nebeneinander. Viele Hunde lösen sich sogar gleichzeitig an den gleichen Stellen und markieren damit gemeinsam.
Wälzen sie sich an den gleichen Stellen, gehen sie noch einen Schritt weiter beim Angleichen des Eigengeruchs. Sie stärken die Zusammengehörigkeit. So ärgerlich es für dich sein mag, dass du jetzt mehrere Hunde anstelle von einem Vierbeiner baden darfst: Für die Vierbeiner entspricht das Verhalten einer engen Verbundenheit, die weit über Freundschaftsarmbänder hinaus reicht.
Wusstest du schon? Hunde sind Makrosmaten
Übersetzt bedeutet das Fachwort „Makrosmat“ wörtlich „Großriecher“. Die Oberfläche ihrer Nasenschleimhaut ist stark vergrößert oder sie weisen besonders viele Geruchsrezeptoren auf der vorhandenen Fläche auf. Zu den Makrosmatikern beziehungsweise Makrosmaten gehören beispielsweise Raten, Aale und Rotwild.
Mein Hund wälzt sich in Kot, Aas und Müll – ist das gefährlich?
Ja! Potenziell bestehen beim Wälzen in übelriechenden Substanzen gleich mehrere Gefahren.
- Erreger und Parasiten: Kot und verwesende Tierkadaver können neben zahlreichen Krankheitserregern auch Würmer oder Wurmeier und andere Parasiten enthalten, die nur auf den nächsten Wirt warten.
- Chemikalien: Medikamente, Pestizide, Gift und Drogen landen ebenso im Kot, wie sie nach dem Tod noch im Gewebe enthalten sind. Hinzu kommt, dass bereits einfache Entwurmungsmittel – beispielsweise im Kot von Pferden – für einige Hunderassen und Mischlinge hochgradig giftig sind und zum Tode führen können.
- Verletzungen: Scherben, Splitter und andere spitze oder scharfkantige Müllreste können beim Wälzen darin für Stich- und Schnittverletzungen sorgen.
Aber Wölfe wälzen sich doch auch! Das stimmt. Der Instinkt, sich in stinkenden Hinterlassenschaften von Beutetieren und in Aas zu wälzen, hat jedoch weder die Risiken des modernen Lebens einkalkuliert, noch das deutlich schwächere Immunsystem der Hunde.
Mein Hund hat sich in Kot gewälzt – wie bekomme ich den Geruch weg?
Hat dein Hund den Freilauf oder einen unbeobachteten Moment bereits zum Wälzen in Aas und Kot genutzt, ist es für das Schimpfen zu spät. Auch das Wissen um die Gründe hilft dir im Moment wenig.
Verhindere in jedem Fall, dass dein Hund die Rückstände ableckt und reinige, falls möglich, zuerst das Gesicht. Dadurch reduzierst du das Risiko negativer Folgen.
Abhängig von Verschmutzung und Fellvariante reichen zu Hause mehrmaliges Abspülen und Shampoonieren bereits aus. Hält sich der Gestank hartnäckig, gibt es ein geruchsneutralisierendes Hausmittel, das du jedoch erst einsetzen solltest, wenn normales Shampoo versagt hat.
Mische Tomatensaft, wenig Geschirrspüler und Wasserstoffperoxid miteinander und lass die Mixtur für einige Minuten einwirken. Danach spülst du das Fell gründlich aus und shampoonierst es nochmals.
Kann ich meinem Hund das Wälzen abgewöhnen?
Wie so oft im Leben gilt: Vorbeugen ist besser als heilen oder in diesem Fall besser und angenehmer als deinem Hund verwesende Fischreste und Gülle aus dem Fell zu waschen.
Das Wälzen zum Wohlfühlen solltest du deinem Hund keinesfalls abgewöhnen. Denn es ist nicht nur ein Ausdruck von Entspannung und Zufriedenheit, sondern hat zusätzlich gesundheitliche Vorteile.
Das Risiko für das Wälzen in Kot und Aas kannst du mit der passenden Erziehung und dem richtigen Vorgehen zumindest senken.
- Geh vorausschauend spazieren: In einigen Gebieten musst du ständig mit Kot und Aas rechnen. Möchtest du das Einparfümieren deines Hundes hier verhindern, lass am besten die Leine dran oder ruf ihn schnell genug zurück.
- Halte deinen Hund nah bei dir: Leinenloser Freilauf muss und sollte nicht bedeuten, dass dein Hund aus deinem Sichtfeld verschwindet oder möglichst weit von dir entfernt ist. Du solltest jederzeit in der Lage sein, ein Vorhaben wie das genüssliche Werfen in einen Haufen Wildschweinkot zu erkennen und abzubrechen.
- Frische den Rückruf immer wieder auf: Ein verlässlicher Rückruf ist unerlässlich für den Freilauf und verhindert im Zweifelsfall nicht nur das Wälzen in Kot, Aas oder Schlamm. Trainiere ihn daher fortlaufend und baue einen „Superrückruf“ auf, auf den dein Hund selbst bei den allerverlockendsten Ablenkungen sofort reagiert.
Der „Superrückruf“ ist ein wichtiges Werkzeug für dich als Hundehalter. Er kann beispielsweise verhindern, dass sich dein Hund vergiftet, in einen Kampf gerät, vermeintliche Beutetiere jagt oder in andere Gefahren bringt.
Damit der absolut verlässliche Rückruf sitzt, musst du im Vorfeld allerdings etwas Arbeit betreiben und darfst ihn nie verbrauchen. Worauf du achten musst, wie du ihn aufbaust und wann du ihn übst, erfährst du natürlich bei PunkRockPudel.

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