Einen guten Tierarzt zu finden, ist nicht immer einfach. Zwischen hohen Rechnungen, unnötigen Untersuchungen und übersehenen Problemen gibt es reichlich Raum für weitere Schwierigkeiten. Zudem ist es oftmals nicht leicht, gute von schlechten Tierärzten zu unterscheiden. Hier erfährst du, worauf du bei der Suche achten solltest und warum mehr als einen Tierarzt zu kennen hilfreich ist.

- Einen guten Tierarzt finden – so geht‘s
- Einen guten Tierarzt finden Tipp #1: Umgang mit Tieren
- Einen guten Tierarzt finden Tipp #2: Wissenslücken zugeben
- Einen guten Tierarzt finden Tipp #3: Vertrauen in die Halter
- Einen guten Tierarzt finden Tipp #4: Erfahrungen anderer nutzen
- Einen guten Tierarzt finden Tipp #5: Erklärungen sind (selbst)verständlich
- Einen guten Tierarzt finden Tipp #6: Die Grundlagen überzeugen
- Einen guten Tierarzt finden Tipp #7: Sind Untersuchungen nötig und sinnvoll?
- Einen guten Tierarzt finden Tipp #8: Trau dich, Fragen zu stellen
- Einen guten Tierarzt finden Tipp #9: Trau dich, nein zu sagen und weitere Meinungen einzuholen
- Tierärzte zu vergleichen, hilft dir und deinem Hund
Einen guten Tierarzt finden – so geht‘s
Ein elendig langes Studium, Praktika, Prüfungen und Doktorarbeit – Tierarzt zu werden ist alles andere als leicht. Tierarzt zu sein ist noch schwerer.
Anders als in der Humanmedizin beschäftigen sich Tierärzte nicht nur mit einer Spezies, sondern sollen sich vom Ara bis zum Zwergpinscher mit zahlreichen Tierarten auskennen. Es ist also kein Wunder, dass du jedem von ihnen vertrauen möchtest. Doch die Unterschiede in der Kompetenz und der Einstellung sind erheblich.
Bei der Auswahl solltest du daher auf einige Punkte achten, um dein Tier und dich gut aufgehoben zu wissen.
Einen guten Tierarzt finden Tipp #1: Umgang mit Tieren
Der Umgang mit deinem Tier durch Tierarzt und Helfer ist das A und O. Sind sie hektisch, ungeduldig und rabiat? Such lieber weiter.
Denn zum einen deutet das nicht auf Tierliebe hin. Zum anderen wird ein ruppiger Umgang mit Hund, Katze und Co. dazu führen, dass jeder Tierarztbesuch mit Angst bis Panik beginnt und deutlich belastender ist als er sein müsste.
Durchgehend gestresste Tierärzte und Helfer neigen zudem dazu, Probleme zu übersehen. Ein freundlicher, ruhiger Umgang mit deinem Vierbeiner ist daher ein absolutes Muss.
Einen guten Tierarzt finden Tipp #2: Wissenslücken zugeben
Niemand kann alles wissen. Bei Tierärzten kommt erschwerend hinzu, dass sie nicht nur eine Spezies behandeln. Kompetente und gute Tierärzte nehmen Weiterbildungen wahr und lernen dazu.
Sie stehen jedoch auch zu ihren Wissenslücken. Wer selbst nicht weiter weiß und das ehrlich sagt, sich informiert, Kollegen befragt oder dich an Spezialisten verweist, ist in jedem Fall eine verlässliche Anlaufstelle.
Denn in diesem Fall steht eindeutig das Wohlergehen des Tieres im Vordergrund und nicht, wie viel dir in Rechnung gestellt werden kann.
Einen guten Tierarzt finden Tipp #3: Vertrauen in die Halter
Tierärzte haben das Fachwissen, doch niemand kennt dein Tier besser als du. Gute Tiermediziner wissen das und nehmen dich ernst. Sie beziehen dich in die Behandlung mit ein, stellen umfassende Fragen und respektieren sowohl dich als auch dein Tier.
In guten Praxen und Kliniken ist es zudem normal, dass der Halter bei Behandlungen und Narkosen anwesend ist. Du als vertraute Person kannst dein Tier beruhigen.
Wirst du hingegen immer weggeschickt oder darfst nicht anwesend sein, obwohl sich dein Hund in fremden Umgebungen und bei fremden Menschen aufregt? Wird darauf keine Rücksicht genommen, ist das kein gutes Zeichen.
Leider hält sich der Glaube, der Halter würde das Tier nur zusätzlich aufregen, weiterhin hartnäckig. Erklärst du jedoch, dass deine Anwesenheit wichtig ist, sollte das ernst genommen und respektiert werden.
Einen guten Tierarzt finden Tipp #4: Erfahrungen anderer nutzen
Bei der Suche nach einem Tierarzt auf die Erfahrungen anderer zurückzugreifen, kann den Aufwand für dich verringern. Achte bei Empfehlungen und bei der Auswahl nicht nur darauf, ob die Praxis umfassend ausgestattet, sondern, ob sich Hunde und Halter bei den Tiermedizinern gut aufgehoben fühlen.
Sei außerdem bei Bewertungen online skeptisch. Negative Erfahrungen und Kritik werden häufig gelöscht, während positive Bewertungen sogar gekauft werden können. Überzeug dich daher selbst davon, wie Untersuchung, Umgang und Behandlungen aussehen und verlass dich nicht allein auf die Meinungen anderer.
Einen guten Tierarzt finden Tipp #5: Erklärungen sind (selbst)verständlich
Gute Tierärzte behandeln dein Tier nicht, ohne dir Gründe, Sinn und Ablauf zu erklären. Das gilt nicht bei Basisbehandlungen, wie beispielsweise Impfungen und Entwurmungen. Sollte ansonsten jedoch selbstverständlich und verständlich sein.
Welche Mittel zum Einsatz kommen, welche Maßnahmen du zusätzlich ergreifen kannst und worauf du achten musst, sind wichtige Informationen, die du dem Tierarzt nicht aus der Nase ziehen solltest. Stattdessen sollte der Mediziner dich automatisch in Kenntnis setzen und deine Fragen ernst nehmen.
Einen guten Tierarzt finden Tipp #6: Die Grundlagen überzeugen
Tierarztpraxen müssen nicht dekorativ eingerichtet sein und keiner sollte in ihnen vom Boden essen. Grundlegende Ordnung und Sauberkeit sind hingegen unverzichtbar. Achte darauf, dass Behandlungsbereiche vor und nach dir desinfiziert werden.
Fellhaare, Blut oder Exkremente auf den Behandlungstischen sollten dich zum sofortigen Verlassen der Praxis bewegen.
Eine weitere Grundlage sind Ruhe, Sicherheit und Abstand zu anderen während Untersuchung und Behandlung.
Wird dein Hund untersucht, sollten sich Tierarzt und Personal vollkommen auf ihn konzentrieren können. Sind fremde Tiere mit im Behandlungszimmer, werden Gespräche über andere Patienten geführt oder kannst du den Raum nicht sicher betreten oder verlassen, weil andere, ungesicherte Hunde den Weg versperren?
In einer kompetenten und sicheren Praxis achten Tierärzte und Personal darauf, dass solche Situationen vermieden werden.
Einen guten Tierarzt finden Tipp #7: Sind Untersuchungen nötig und sinnvoll?
Gute, kompetente Tierärzte schließen Ursachen und Erkrankungen Schritt für Schritt aus. Das bedeutet auch, dass Untersuchungen in sinnvoller Reihenfolge stattfinden. Erst, wenn ein Auslöser ausgeschlossen werden kann, wird der nächste Punkt kontrolliert.
Soll alles auf einmal untersucht werden, deutet das eher auf ein Aufpolstern der Rechnung hin. Sinnvoll ist dieses Vorgehen nur in seltenen Fällen. Beispielsweise dann, wenn akute und ernste Probleme bestehen, die schnell behandelt werden müssen.
Einen guten Tierarzt finden Tipp #8: Trau dich, Fragen zu stellen
Warum sind die Untersuchungen notwendig? Wieso wird dieses Mittel eingesetzt? Welche Alternativen gibt es?
Gute, kompetente Tierärzte begründen ihre Wahl und ihr Vorgehen sofort, klar und verständlich. Sie sind in ihrer Wahl sicher und können dir Erklärungen und Tipps geben.
Andere fühlen sich schnell angegriffen und infrage gestellt, wollen nichts begründen und sind daher mit Vorsicht zu genießen.
Einen guten Tierarzt finden Tipp #9: Trau dich, nein zu sagen und weitere Meinungen einzuholen
Kommt dir irgendwas suspekt bei der Behandlung vor? Fühlst du dich und deine Bedenken nicht ernst genommen? Trau dich, nein zu sagen und andere Meinungen einzuholen.
Möchtest du nicht direkt nein sagen, weil es sich um die nächste Praxis an deinem Wohnort handelt, bitte dir Bedenkzeit aus.
Zweite oder auch dritte Meinungen sind in schwierigen Fällen unerlässlich und werden dir von kompetenten Tierärzten oft ohnehin ans Herz gelegt.
Tierärzte zu vergleichen, hilft dir und deinem Hund
Fühlst du dich ernst genommen und wird dein Hund kompetent behandelt, ist das eine immense Erleichterung für dich und deinen Vierbeiner.
Nicht selten musst du dafür zunächst einige Tierärzte testen und miteinander vergleichen, um die richtige Praxis zu finden. Statte daher mehreren Tierärzten Besuche für einfache Kontrolluntersuchungen ab.
Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich.
Zum einen lernt dein Hund, dass beim Tierarzt nicht immer unangenehme bis schmerzhafte Sachen passieren. Zum anderen kannst du in Ruhe ausloten, wo du dich am besten aufgehoben fühlst.
Zusätzlich lernst du mehrere Mediziner und Vorgehen kennen und bezahlst dafür lediglich geringe Kosten. Abgesehen hiervon reicht ein Tierarzt allein nur in den seltensten Fällen aus.

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