Tierheime und Züchter vermitteln Hunde lieber an Menschen, die bereits Hundeerfahrung und Wissen zu den Vierbeinern mitbringen. Wie sollst du aber Hundeerfahrung ohne eigenes Tier sammeln? In diesem Beitrag erfährst du, wie und wo du dich mit Hunden beschäftigen kannst, ohne selbst einen zu halten.

- Hundeerfahrung erwünscht – Wie bekomme ich Erfahrung ohne eigenen Hund?
- Warum ist Hundeerfahrung so wichtig?
- Warum lohnt es sich, Hundeerfahrung zu gewinnen?
Hundeerfahrung erwünscht – Wie bekomme ich Erfahrung ohne eigenen Hund?
Bei einigen Rassen und auch in Tierheimen taucht er immer wieder auf, der Zusatz: Hundeerfahrung erwünscht. In Anzeigen und auf Fragebögen findet sich der Wunsch nach vorhandener Erfahrung mit Hunden ebenfalls häufig.
Aber wie sollst du denn Erfahrung mit Hunden sammeln können, wenn dir keiner einen Hund gibt?
Im ersten Moment scheint das wirklich unmöglich zu sein und leider wenden sich dann viele Menschen an zwielichtige Hundeverkäufer und unseriöse Quellen. Ja, dazu können auch Züchter gehören, die keine genauen Fragen stellen und jedem einen Hund geben, sofern sie den Kaufpreis bezahlen können.
Dabei gibt es viele und einfache Möglichkeiten, um Erfahrung im Umgang und der Haltung von Hunden zu sammeln. Das Beste daran? Sie bringen sogar noch einige überraschende Vorteile mit sich. Bereit? Dann legen wir los mit den praktischen Tipps zur Hundeerfahrung.
Warum ist Hundeerfahrung so wichtig?
Ohne eigene, praktische Erfahrung mit Hunden stellen sich viele Menschen die Haltung viel zu einfach und rosarot vor.
Bestimmt ging es dir auch schon so: Du siehst, wie die Hunde anderer artig an der Leine laufen, wie sie miteinander spielen, neben dem Fahrrad traben, brav einen Ball apportieren – so schwer kann das doch nicht sein.
Bestimmt hast du auch schon gesehen, wie Hunde ihre Halter an der Leine rum zerren, Artgenossen verbellen und auf nichts hören. Das würdest du natürlich viel besser machen! Stimmt’s?
Leider ist es nicht so einfach. Hundehaltung ist ein lebenslanger Lernprozess, denn jeder Hund ist ein Individuum. Manche Vierbeiner erziehen sich quasi von selbst. An anderen beißen sich selbst Menschen mit jahrelanger Erfahrung erst einmal die Zähne aus und müssen viel Zeit und Arbeit investieren, um die scheinbar einfachsten Kommandos zu trainieren.
Dazu kommt noch: Du siehst Hunde zwar auf Gassigängen, im Park oder in Videos, doch du siehst nicht, wie die Halter stundenlang trainieren, aller zwei Stunden im Regen stehen, wenn der Hund Durchfall hat oder in der Nacht das Bett abziehen müssen, weil die geliebte (okay, in dem Moment vielleicht nicht ganz so geliebte) Fellnase gerade auf Kissen und Decke gebrochen hat.
Zur Hundehaltung gehört viel, was sich Menschen vollkommen ohne Erfahrung kaum oder gar nicht vorstellen können. Darüber zu lesen ist die eine Sache, es zu erleben und für das Lebewesen verantwortlich zu sein, ist die andere.
Nimm es daher niemandem übel, wenn er Hundeerfahrung wünscht. Dieses Auswahlkriterium ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass es sich um ein seriöses Tierheim, einen seriösen Züchter oder Verkäufer handelt. In jedem Fall also ein gutes Zeichen.
Und nun endlich die Tipps:
Tipp 1: In Tierheimen Hundeerfahrung gewinnen
Ehrenamtlich im Tierheim tätig zu werden, ist nicht für jeden und überall möglich. Dennoch gibt es viele Tierschutzvereine, die sich über jeden engagierten Helfer freuen. Spielen, bürsten, als Gassigänger für Bewegung sorgen oder einfach Gesellschaft leisten – was nötig ist und was du übernehmen darfst, unterscheidet sich stark.
Das Nachfragen in den örtlichen Tierheimen lohnt sich dennoch in jedem Fall, denn oftmals stehen diese mit anderen Vereinen und Pflegestellen in Verbindung oder kennen Halter, die beispielsweise einen Dogsitter suchen.
Womit du rechnen solltest, ist, dass dein regelmäßiger und zuverlässiger Einsatz nötig ist. Schließlich müssen Tierheime entsprechend planen können. Zudem kann ein vorheriges, einführendes Seminar nötig sein, damit du beispielsweise als Gassigänger zum Einsatz kommen kannst.
Dafür hast du den Vorteil, dass sich aus Gassigänger nicht selten neue Hundehalter entwickeln, die ihren Hund direkt im Tierheim kennenlernen.
Tipp 2: Hundeerfahrung durch Hundeschulen
Hundeschulen sind gleich aus mehreren Gründen gute Anlaufstellen, um Erfahrung mit Hunden zu sammeln. Ebenso wie bei Tierheimen gibt es dabei jedoch erhebliche Unterschiede. Dennoch schadet Nachfragen nichts und kostet dich lediglich wenig Zeit. Möglich sind die folgenden Beschäftigungen, nach denen du gezielt fragen kannst:
- sei Zaungast: Einfach nur zuzuschauen, gibt dir einen ersten Einblick, ohne, dass du selbst etwas tun musst oder das Geschehen störst. Dennoch kannst du dabei mit Hundehaltern ins Gespräch kommen. Dazu erhältst du später gleich noch zwei Tipps.
- sei Helfer: Für manche Übungen werden in Hundevereinen und in Hundeschulen Helfer benötigt. Durch die Einweisung und Anweisungen wächst dein Wissen zum Umgang mit Hunden und du kannst direkt Bekanntschaften zu Hundehaltern schließen.
- unterstütze Mehrhundehalter: Manche Halter nehmen mit mehreren Hunden an Kursen teil, können diese aber natürlich nicht gleichzeitig trainieren. Mit etwas Glück findest du einen Halter, der dich mit einem seiner Hunde teilnehmen oder ihn so lange von dir betreuen lässt. Das ist selten, aber möglich.
Extra-Tipp: Such das Gespräch mit den Hundehaltern und den Trainern. Jeder von ihnen hat irgendwann mal angefangen. Manche ebenfalls ohne Erfahrung. Sie haben daher reichlich Erfahrung und Tipps parat.
Tipp 3: Durch Gassibegleitschaft zu mehr Erfahrung mit Hunden
Eins vorweg: Auch verantwortungsvolle Hundehalter bevorzugen als Gassigänger oder Dogsitter Menschen mit Hundeerfahrung. Das ist auch gut so, denn es dient der Sicherheit von Hund und Mensch.
Schließlich musst du auf einem Spaziergang mit Hund nicht nur auf den Hund an deiner Leine achten, sondern auch auf alle anderen Lebewesen und potenziellen Bedrohungen in der Umgebung.
Bevor du dich daher als Gassigänger ohne Hundeerfahrung bewirbst und Absagen sammelst oder direkt einen Hund in die Hand gedrückt bekommst, mit dem du überfordert bist, werde zur Begleitung!
Bitte Hundehalter darum, ab und an auf Runden mitkommen und dabei lernen zu dürfen. Tipps, Erklärungen und abschnittsweise die Leine selbst halten zu dürfen, bringen dich in jedem Fall weiter und können einen deutlichen Vorteil für den Hundehalter haben. Denn hin und wieder braucht jeder Unterstützung, die er in dir eventuell findet.
Tipp 4: Beleg Seminare für Hundehalter
Viele Tierheime bieten kostengünstige Seminare für künftige Gassigänger an, in denen grundlegende Informationen vermittelt werden. Hundetrainer beraten über Rassewahl, die zum Leben passt, über den richtigen Stand, wenn der Hund in die Leine springt, Hundebegegnungen und viele andere relevante Themen.
Schau dich in deiner Umgebung um, welche Angebote für Menschen ohne Hund infragekommen. Frag direkt bei Trainern und Vereinen an.
Tipp 5: Werde Dogsitter
Nahezu jeder Hundehalter kommt einmal in die Verlegenheit, dass er einen Aufpasser für seinen Hund benötigt. Jemanden, der einfach nur da ist und aufpasst, dass der Vierbeiner nicht das Haus zusammen bellt oder die Bude auseinandernimmt, Wasser und Futter hinstellt und vielleicht eine Runde um den Block dreht.
Spätestens seit der coronabedingten Hundeschwemme, ist es jedoch nicht einfach, eine verlässliche Betreuung zu finden. Viele Hundetagesstätten sind ausgebucht, teuer oder nehmen nur besonders pflegeleichte Hunde.
Biete Nachbarn, Freunden und Verwandten oder Bekannten an, ihre Tiere in ihrer Abwesenheit zu versorgen. Dabei kann es sich um wenige Stunden oder ein Wochenende handeln.
Du hilfst damit Mensch und Tier, gewinnst selbst an Erfahrung und lernst bestenfalls einige unterschiedliche Hunde kennen.
Warum lohnt es sich, Hundeerfahrung zu gewinnen?
Wenn du einen eigenen Hund willst und diesen nur mit entsprechender Erfahrung bekommst, ist das Ziel der Erfahrungen mit anderen Vierbeinern klar: Du willst einen Hund. Mit jedem Hundekontakt bekommst du jedoch deutlich mehr Vorteile.
- Du bist besser auf deinen Hund vorbereitet. Sich Wissen anzulesen ist wichtig, richtig und du solltest es nicht vernachlässigen. Es praktisch umzusetzen, ist dennoch etwas anderes. Mit jedem Hund an der Leine, mit jedem Gassigang im Regen und mit jedem Wochenende als Dogsitter gewinnst du eine bessere Vorstellung davon, wie sich das Zusammenleben mit einem Vierbeiner gestaltet.
- Du betrachtest Hunde als Individuen. Das sagt sich leicht, aber richtig kommt es erst an, wenn du viele Fellnasen kennengelernt hast. Das kann dabei helfen, den passenden Hund für dich zu finden und ungeeignete Rassen auszuschließen. Die Hundesuche wird vereinfacht.
- Du bekommst dabei Kontakte. Ob Tierheim, Trainer, Nachbarn oder Bekannte aus der Hundeschule – andere Hundehalter zu kennen, ist in Hinblick auf Social Walks, Austausch, Hilfe und Betreuung ein entscheidender Pluspunkt.
- Du kannst vieles realistischer einschätzen. Kannst du einen Hund wirklich so an der Leine halten, wie du es dir vorgestellt hast? Ist es gar nicht so schlimm, überall Hundehaare zu haben? Hattest du dir das überhaupt anders vorgestellt, mit einem Vierbeiner?
Last but not least möchte ich dir diese Frage stellen: Könntest du dich zwischen einem erfahrenen Mediziner entscheiden und einem Menschen, der „Medizin schon immer toll fand, aber keine Erfahrung damit hat“ – was würdest du tun?
Grundwissen, Erfahrung, Motivation und Engagement oder kurz gesagt Kompetenz ist einfach eine bessere Voraussetzung in allen Lebenslagen und sollte daher die Basis sein, wenn du einen Hund übernimmst.

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