Mit deinem ersten Hund läuft alles bombastisch – oder auch nicht? Wenn der Wunsch nach einem Zweithund aufkommt, kann das viele Gründe haben. In jedem Fall bringt ein Zweithund Vorteile und Nachteile mit sich, die du vor der Entscheidung kennen solltest. Dieser ultimative Ratgeber zum Zweithund zeigt alle Punkte auf.
- Zweithund ja oder nein?
- Zweithund-Vorteil 1: Alleinbleiben wird einfacher
- Zweithund-Vorteil 2: Erziehung wird einfacher
- Zweithund-Vorteil 3: Interaktion und Gesellschaft
- Zweithund-Vorteil 4: Zwei Hunde, doppelter Spaß
- Zweithund-Vorteil 5: Geteilter Fokus
- Zweithund-Vorteil 6: Mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein
- Zweithund-Vorteil 7: Schnellerer Erfahrungszuwachs
- Zweithund-Nachteil 1: Mehr Kosten
- Zweithund-Nachteil 2: Mehr Aufwand
- Zweithund-Nachteil 3: Management
- Zweithund-Nachteil 4: Platzbedarf
- Zweithund-Nachteil 5: Kraftaufwand
- Zweithund-Nachteil 6: Wohnungssuche
- Zweithund-Nachteil 7: Trennung bei Läufigkeit
- Zweithund anschaffen – darauf musst du achten
Zweithund ja oder nein?
Denkst du über einen Zweithund nach, stellen sich viele Fragen. Bevor aber Rasse, Geschlecht und Alter zur Sprache kommen, solltest du die generellen Vorzüge und Nachteile eines Zweithundes kennen. Dieser Zweithund-Ratgeber gibt dir alle Antworten und Tipps, an die vor der Anschaffung niemand denkt.
Zweithund-Vorteil 1: Alleinbleiben wird einfacher
Dein Hund kann schlecht allein bleiben? Mit einem Zweithund ist er auch in deiner Abwesenheit nicht mehr allein.
ABER: Hast du diesen Grund für einen Zweithund, kann das schnell nach hinten losgehen.
Denn: Eventuell bellen sich dann beide Hunde um den Verstand, sobald du die Wohnung verlässt. Sie können sich auch gegeneinander richten oder gemeinsam deine vier Wände auseinandernehmen.
Zwei Hunde zu halten ist keine Garantie dafür, dass in deiner Abwesenheit Ruhe und Entspannung herrschen.
Zweithund-Vorteil 2: Erziehung wird einfacher
Zusammenlebende Hunde schauen sich viel voneinander ab. Das macht die Erziehung an manchen Stellen durchaus einfacher. Ich habe seit 20 Jahren keinem Hund mehr bewusst das Kommando Sitz beigebracht, weil sich jeder dazu gezogene Vierbeiner die Verbindung von „Sitz“ und Hintern auf den Boden von den anderen abschaut.
ABER: Hunde schauen sich nicht nur erwünschtes Verhalten voneinander ab. Schuhe klauen, Tapete von der Wand ziehen oder schon mal den Einkauf ausräumen erwarten dich ebenso wie sehr viele Wiederholungen.
Zweithund-Vorteil 3: Interaktion und Gesellschaft
Hunde brauchen viel Interaktion mit Artgenossen – heißt es. Die Begegnungen auf der Hundewiese sind aber sehr oft nicht förderlich, sondern Stress pur. Dazu können Gassibekanntschaften und Besuchshunde nie das Zusammenleben mit einem anderen Hund ersetzen.
ABER: Dafür musst du den passenden Zweithund auswählen, Verstehen sich deine Hunde nicht untereinander, sind sie keine gegenseitige Bereicherung, sondern eine Belastung.
Zweithund-Vorteil 4: Zwei Hunde, doppelter Spaß
Bei zwei Hunden, die sich verstehen: Hier gibt es kein ABER. Gemeinsames Laufen, Erkunden, Spielen und Schlafen bedeuten mehr Spaß für dich und deine Hunde. Das gilt aber eben nur dann, wenn sich die beiden vertragen.
Zweithund-Vorteil 5: Geteilter Fokus
Und da soll ein Vorteil sein? Ja, das kann es durchaus.
Denn: Steht ein Hund immer im Fokus deiner Aufmerksamkeit, ist das eine Belastung für ihn. Hast du zwei Hunde, kannst du dich nicht mehr jederzeit nur auf einen konzentrieren und widmest dich zusätzlich vor allem den Sachen, auf die es ankommt.
Die Folge ist oftmals ein entspannterer Umgang und eine sinnvollere Erziehung.
Zweithund-Vorteil 6: Mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein
Ist dein Ersthund unsicher? Hat er Angst vor Silvester oder Probleme mit Hundebegegnungen? Ein selbstbewusster Zweithund kann dann eine sinnvolle Orientierung sein.
ABER: Ebenso gut kann er sich von der Unsicherheit des Ersthundes anstecken lassen, in ihm ein Opfer oder einen Störfaktor sehen. Treten diese Fälle ein, wird aus dem vermeintlichen Vorzug ein erheblicher Nachteil.
Zweithund-Vorteil 7: Schnellerer Erfahrungszuwachs
Einen Hund zu halten, erweitert deinen Horizont. Zwei Hunde sind zumindest am Anfang eine Herausforderung, die dich schnell weiterbringen kann. Zwei Leinen koordinieren, die Kommunikation unter den beiden verfolgen und durchschauen, für jeden Hund den passenden Umgang finden und einhalten: Als Hundehalter hast du mit zwei Hunden einen schnelleren Wissenszuwachs.
ABER: Das ist zumindest teilweise anstrengender, erfordert mehr Aufmerksamkeit und mehr Arbeit.
Zweithund-Nachteil 1: Mehr Kosten
Ausstattung, Tierarzt, Steuer, Versicherung und Futter können bei einem Hund schon ordentlich zu Buche schlagen. Bei zwei Hunden sind vor allem Tierarzt und Steuer große Posten. In zahlreichen Gemeinden steigt die Hundesteuer mit jedem Hund an.
Denk zudem an die Ausstattung, gegebenenfalls das Scheren und die Betreuung im Urlaub.
Zweithund-Nachteil 2: Mehr Aufwand
Zwei Hunde tragen mehr Dreck ins Haus, erzeugen mehr Abwasch, brauchen die doppelte Fell-, Krallen- und Zahnpflege, Erziehung, Auslastung und Beschäftigung.
Frag dich also ehrlich, ob du ausreichend Zeit aufwenden kannst.
Zweithund-Nachteil 3: Management
Auch wenn sich deine Hunde gut verstehen, kann es zu Konflikten kommen. Gerade beim Füttern, bei Kausachen und Spielzeugen ist Vorsicht angeraten.
Bedenk zusätzlich die Rudeldynamik. Zwei Hunde sind zwar ein sehr kleines Rudel, können sich aber durchaus gemeinsam in Rage bellen, jagen gehen oder ihren Unmut aneinander auslassen. Erziehung und Management werden dadurch anstrengender.
Zweithund-Nachteil 4: Platzbedarf
Zwei Betten, mehr Schüsseln und Leinen sind das kleinere Problem. Denk bei dem Platzbedarf lieber an das Auto und im Falle von Bürohunden an deinen Arbeitsplatz.
Zweithund-Nachteil 5: Kraftaufwand
Zwei Leinen halten, auch wenn die Vierbeiner ziehen, und bei Bedarf zwei Hunde tragen, kommen auf dich zu. Größe und Gewicht spielen dabei natürlich entscheidende Rollen, ebenso wie deine Kraft.
Zweithund-Nachteil 6: Wohnungssuche
Mit einem Hund eine Wohnung zu finden ist bereits schwieriger als ohne Vierbeiner. Bei zwei oder mehr Hunden steigt der Schwierigkeitsgrad an. Obwohl rechtlich mehr Hunde in einer Wohnung erlaubt sind, sind die wenigsten Vermieter große Fans von Mehrhundehaltung.
Zweithund-Nachteil 7: Trennung bei Läufigkeit
Intakte Hündin und intakter Rüde? Hier heißt es ein- bis dreimal jährlich trennen, um unerwünschten Nachwuchs und alle damit einhergehenden Risiken zu vermeiden.
Zwei intakte Hündinnen? Während der Läufigkeit sind sie oft reizbarer, was auch bei den besten Freundinnen zu Konflikten führen kann.
Zwei intakte Rüden und in der Nachbarschaft sind Hündinnen läufig? Hier blühen dir gegebenenfalls gegenseitiges Besteigen, Markieren drinnen und draußen und Konflikte.
Zweithund anschaffen – darauf musst du achten
Du schaffst keinen Zweithund für deinen Ersthund an, sondern für dich! Heißt es.
Allerdings solltest du bei der Auswahl auf einige Punkte achten und ja, vor allem deinen Ersthund berücksichtigen. Denn: Verstehen sich deine Hunde nicht, hast du damit gar nichts gekonnt und weder dir noch deinen Hunden einen Gefallen getan.
Verstehen sie sich nicht, profitieren sie auch nicht voneinander, sondern leben im Stress. Dafür musst du reichlich Management betreiben.
Wie du den passenden Zweithund findest, erfährst du im Ratgeber: Zweithund richtig auswählen – darauf musst du achten
Hier erwarten dich Tipps, deine Möglichkeiten und alle Punkte, die du berücksichtigen solltest.

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