Hundekot als Dünger – geht das? Die überraschende Wahrheit + Anleitung

Ja, ABER erst nach der richtigen Auf- und Vorbereitung. Hundehaufen einfach liegen zu lassen ist hingegen nicht nur eklig, sondern gleich in mehrfacher Hinsicht schädlich und gefährlich für Pflanzen, andere Tiere und Menschen. Hier findest du die Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu, aus Hundekot wertvollen Dünger zu machen – ganz ohne Ekel und Geruch.

  1. Hundekot als Dünger – einfach liegen lassen geht nicht
  2. Hundekot als Dünger: so geht’s
  3. Hundekot kompostieren: deine Vorteile
    1. Stinkt Kompost mit Hundekot?
    2. Warum muss Hundekot erst kompostiert werden?
    3. Wie kann ich die Komposterde aus Hundekot noch sicherer aufbereiten?
  4. Hundekot als Dünger: einfach, günstig, nachhaltig

Hundekot als Dünger – einfach liegen lassen geht nicht

Wann immer ich mitbekomme, dass Menschen den Kot ihrer Hunde liegen lassen, ist eine Ausrede nicht weit entfernt: Der zerfällt doch!

Ja, Hundehaufen sind biologisch abbaubar. Aber:

  • Wusstest du, dass es durchschnittlich 9 Monate dauert, bis Hundekot zerfallen ist?
  • Wusstest du, dass sich während dieser 9 Monate andere Tiere an den im Kot enthaltenen Krankheitserregern anstecken oder mit Parasiten infizieren können?
  • Wusstest du, dass Hundekot so nährstoffreich ist, dass er in rasantem Tempo zur Überdüngung führt?

Hinzu kommt noch die Gefahr für Kühe, Pferde und andere Tiere, wenn Hundehinterlassenschaften auf Weiden oder auf Heuwiesen landen und liegen bleiben.

Und vergessen wir nicht das regelmäßig im Herbst oder in der Dämmerung gespielte und oh so lustige Spiel: „Laubblatt oder Hundescheiße?“

Neue Studien zeigen sogar, dass liegenbleibender Hundekot in Parks, Naherholungsgebieten und Naturschutzgebieten verheerende Auswirkungen auf die Pflanzen, die Erdqualität und die dort heimischen Tiere hat.

Also: Lass Hundekot nicht einfach liegen. Entsorge ihn oder mach etwas Nützliches für dich selbst daraus.

Hundekot als Dünger: so geht’s

Hundekot enthält große Mengen Phosphor und Stickstoff. Genau die Substanzen, die du auch in Pflanzendünger findest. Statt diese nun einfach über den Restmüll zu entsorgen, brauchst du lediglich einen Komposter und etwas Geduld, um daraus nährstoffreiche Erde zu machen. In der folgenden Anleitung für den Dünger aus Hundekot erfährst du, wie es funktioniert.

  1. Du benötigst einen Komposter, Kompostwürmer und Nahrung für die Würmer. Geeignet sind Grünschnitt und Gartenabfälle, wie Laub, Wurzeln, Unkräuter, aber auch Küchenabfälle, wie Obst- und Gemüseschalen, Kaffeesatz, Teebeutel und Eierschalen.
  2. Damit die Würmer mit ihrer Arbeit direkt loslegen können, fülle etwas Erde in den Komposter. Schichte die einzelnen Kompostmaterialien, wenn sie viel Feuchtigkeit enthalten, im Wechsel mit Sägespänen.
  3. Warte ab, bis Würmer und Mikroorganismen ihre Arbeit erledigt haben und aus Hundekot, Garten- und Küchenabfällen nährstoffreiche Erde geworden ist.

Extra-Tipp: Wähle einen Komposter mit Entnahme-Klappe für Terrasse oder Garten oder einen gestapelten Wurmkomposter für den Balkon.

Hundekot kompostieren: deine Vorteile

  • Im Gegensatz zu frei in der Natur herumliegenden Hundehaufen wird der Hundekot durch die Würmer und Mikroorganismen deutlich schneller zersetzt.
  • Einige Krankheitserreger sterben bereits durch die Aufbereitung im Komposter ab.
  • Du sparst Geld für hochwertige Erde und Dünger.
  • Du hast nach dem Aufbau des Komposters keinen Aufwand.
  • Du betreibst nachhaltigere Hundehaltung.

Aber mit Sicherheit hast du auch ein paar Bedenken dabei, Hundekot und den Kompost daraus als Dünger zu verwenden.

Stinkt Kompost mit Hundekot?

Nein, wenn du dich an die Grundregeln des Kompostierens hältst, bekommst du von dem Kompostiervorgang nichts mit. Er wird weder stinken noch schimmeln oder Fliegen anziehen. Daher ist es mittlerweile und mit passenden Kompostierern sogar möglich, direkt auf dem Balkon oder in deiner Küche aus abbaubaren Abfällen nährstoffreiche und hochwertige Erde zu gewinnen.

Das gilt auch dann, wenn du Hundekot in Dünger verwandelst.

Warum muss Hundekot erst kompostiert werden?

Hundekot zersetzt sich separat sehr langsam. Er enthält unverdaute Futterreste und zudem konzentrierte Mengen an Stickstoff und Phosphor. Nebst potenziellen Krankheitserregern und Medikamentenrückständen.

Kompostwürmer und mikroskopische Bodenlebewesen ernähren sich hingegen von ihm. Hat der Hundekot den Stoffwechsel dieser Organismen durchlaufen und war der Hitze des Kompostes ausgesetzt, werden die Nährstoffe gleichmäßiger verteilt, die Belastung durch Erreger und Chemikalien nimmt deutlich ab.

Das Ergebnis ist nährstoffreiche Erde, die du für Starkzehrer oder als Dünger für Zierpflanzen, Obst und Gemüse verwenden kannst.

Wie kann ich die Komposterde aus Hundekot noch sicherer aufbereiten?

Du hast dennoch Bedenken oder Ekel? Schließlich stammt die Erde zumindest zum Teil aus Hundekot. Vielleicht hilft es dir, die Verwendung von tierischem Kot mit etwas Abstand zu betrachten. Mist von Pferden, Kühen, Kaninchen und Hühnern oder sonstigem Geflügel wird schließlich traditionell zum Düngen verwendet. Felder werden mit Gülle gedüngt und wer im Garten eine Nährstoff-Kur durchführen will, lässt sich gerne mit Pferdeäpfeln beschenken.

Der Ekel ist immer noch da? Dann sterilisier die Erde, bevor du sie zum Düngen einsetzt. Es reicht dafür aus, sie in ofenfesten Schalen oder auf einem Backblech bei 200 °C für 20 Minuten in den Ofen zu schieben oder in der Mikrowelle durchzuerhitzen. Feuchte die Erde davor an, damit sie nicht verbrennt.

Hierbei tötest du garantiert alle Erreger, Sporen und sonstige bedenkliche Bestandteile ab.

Hundekot als Dünger: einfach, günstig, nachhaltig

Hundekot als Dünger zu kompostieren ist spielend einfach, günstig, spart dir bei der Pflege von Zimmerpflanzen oder beim Gärtnern Geld und ist zudem auch noch nachhaltig.

Viele gute Gründe also, um Hundehaufen in Zukunft sinnvoll zu verwerten, anstatt einfach zu entsorgen.

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