Das sind die 10 häufigsten Fehler, die bei der Hundewahl gemacht werden!

Du willst dir einen Hund anschaffen? Dann solltest du diesen Artikel dringend lesen, denn hier erfährst du, was die größten und häufigsten Fehler bei der Hundewahl sind und wie du sie sicher vermeidest!

  1. Fehler bei der Hundewahl #1: Nur nach der Optik gehen
  2. Fehler bei der Hundewahl #2: Die Rasse nicht kennenlernen
  3. Fehler bei der Hundewahl #3: Sich nicht über die Nachteile informieren
  4. Fehler bei der Hundewahl #4: Sich selbst überschätzen
  5. Fehler bei der Hundewahl #5: Pflegeaufwand unterschätzen
  6. Fehler bei der Hundewahl #6: Anschaffung überstürzen
  7. Fehler bei der Hundewahl #7: Keine seriöse Quelle wählen
  8. Fehler bei der Hundewahl #8: Keine Hundeerfahrung vor dem eigenen Hund sammeln
  9. Fehler bei der Hundewahl #9: Sich nicht über die Gesundheit der Rasse informieren
  10. Fehler bei der Hundewahl #10: Einen Modehund wählen

Fehler bei der Hundewahl #1: Nur nach der Optik gehen

Ginge es nach der Optik, würden bei mir Rhodesian Ridgeback, Malinois, Saluki und Irische Wolfshunde sitzen. Leider bringen sie alle Eigenschaften mit, die aktuell nicht in mein Leben passen.

Wo ich zum Glück die Kurve gekriegt habe, begehen viele andere DEN größten Fehler bei der Hundeanschaffung: Sie gehen allein nach der Optik.

Und dann? Dann sind sie überrascht davon, dass der Jagdhund jagt, der Hütehund hütet und der Wachhund das Haus zusammenbellt. Der Überraschung folgt Frust, in einigen Fällen die Abgabe und in anderen Fällen der Versuch, den Hund irgendwie passend für das eigene Leben zu machen. Nur sind die Hunde eben genetisch dafür bestimmt, gewisse Verhaltensweisen an den Tag zu legen.

Mehr darüber erfährst du in dem Artikel: Der größte Fehler bei der Hundeauswahl!

Fehler bei der Hundewahl #2: Die Rasse nicht kennenlernen

Du hast dir Videos angeschaut, Rassebeschreibungen noch und nöcher gelesen, also bist du bestens gewappnet für den Hundekauf? Das glauben viele. Und viele fallen damit auf den Hintern. Denn der oh so tolle Collie ist dann im realen Leben irgendwie doch eine ganze Ecke verbaler (und das laut und andauernd), als sie es sich vorgestellt haben. Das oh so pflegeleichte Fell des Rhodesian Ridgebacks bleibt absolut überall hängen und bohrt sich in jeden Stoff. Der ach so liebe Labbi hat dann doch mehr Wumms drauf, als gedacht.

Besser: Besuche Ausstellungen und Züchter, knüpfe Kontakte zu Haltern der Rasse und beachte den folgenden Fehler:

Fehler bei der Hundewahl #3: Sich nicht über die Nachteile informieren

Eine Zeit lang lag der Border Collie im Trend. Jeder wollte einen, schließlich sind Angehörige dieser Rasse unfassbar schlau und darüber hinaus auch noch schön. Kurze Zeit später waren von der Border Collie-Schwemme kaum noch Hunde sichtbar. Lief Hachiko im Fernsehen, tauchen danach zahlreiche Akita Inus auf. Und verschwinden wieder…

Viele Menschen schaffen sich geblendet von positiv klingenden Rassebeschreibungen und Darstellungen in den Medien einen Hund an und sind schockiert von den Nachteilen, die diese Hunde mit sich bringen. Sei es die Gesundheit oder das Verhalten. Oder einfach die Eignung für das eigene Leben.

Besser: Informier dich bei Züchtern, Rasse in Not Vereinen oder lies auf den Webseiten von Tierheimen nach, warum die Rasse wieder und wieder abgegeben wird. Sind die Beschreibungen schwammig? Dann frag Halter, Züchter und Hundetrainer, warum und wann sie dringend von der Anschaffung abraten würden.

Fehler bei der Hundewahl #4: Sich selbst überschätzen

„Ich bin sportlich, also wähle ich einen sportlichen Hund!“, klingt logisch. Ist in der Realität aber oftmals ein gravierender Fehler! Der leider sehr häufig auftritt.

Du gehst joggen, fährst Rad, wanderst und willst all das mit deinem Hund zusammen machen? Dafür brauchst du weder einen Husky, noch einen Schäferhund oder sonstige Spezialisten. Absolut jeder gesunde Hund kann mit dir zum Joggen kommen, in angemessenem Tempo und beim richtigen Wetter neben dem Rad laufen und mit dir wandern gehen.

Sportliche Hunde, Arbeitshunde, Gebrauchshunde, Spezialisten oder auch einfach nur große Hunde sind für vollkommen normale sportliche Betätigung nicht nur nicht nötig. Sie können durch ihre Besonderheiten und Anforderungen ungeeignet dafür sein und dich von deiner bisher sportlichen Lebensweise sogar abhalten oder dir Dinge abverlangen, die weder zu deinen Vorstellungen noch zu deinem Leben passen.  

Fehler bei der Hundewahl #5: Pflegeaufwand unterschätzen

Nichthaarende Hunde sind für zahlreiche Menschen die erste Wahl. Dass damit auch regelmäßiges Bürsten und oftmals Scheren einhergeht, wird ebenso häufig ignoriert oder unterschätzt. Die typische Folge: Der Hund besteht eher früher als später zu einem großen Teil aus Filz. Das ist nicht nur ein optisches Problem, sondern geht zusätzlich mit Hauterkrankungen, Bewegungseinschränkungen und Schmerzen einher.

Besser: Hol vor der Anschaffung ehrliche Erfahrungswerte ein. Diese bekommst du am ehesten von den Menschen, die die vernachlässigte Pflege wieder ausbügeln dürfen: Groomern.

Fehler bei der Hundewahl #6: Anschaffung überstürzen

Ein Hund soll her und das möglichst schnell! Wer gerade den dringenden Wunsch nach einem Vierbeiner hat, schaut oft nicht allzu genau hin. Manche „verlieben“ sich auch in ein Foto oder einen Vierbeiner und betrachten alle Einschränkungen und offenkundigen oder zumindest potenziellen Probleme durch die rosarote Brille.

Besser: Du willst jetzt einen Hund? Dann wirst du auch noch in einem oder drei Monaten einen wollen. Nutze die Zeit, um dich umfassend zu informieren und ohne eigenen Hund Hundeerfahrung zu sammeln. Dadurch vermeidest du eine ganze Reihe an Fehlern und Problemen.

Fehler bei der Hundewahl #7: Keine seriöse Quelle wählen

Kofferraumwelpen zu kaufen ist eine dumme Idee – das hat sich mittlerweile rumgesprochen. Allerdings sind offizielle Züchter auch nicht immer das Gelbe vom Ei und im Tierschutz kannst du ganz genauso an den Falschen geraten.

Unpassende Vermittlungen, verschwiegene Probleme oder blanke Unkenntnis können dir überall begegnen. Hast du selbst keine Erfahrung und damit auch keine Ahnung, worauf du achten musst? Erfahrene Hundehalter, Hundetrainer oder auch dein Tierarzt können weiterhelfen oder dich sogar zu einem ersten Besuch bei dem Hund deiner Wahl begleiten.

Fehler bei der Hundewahl #8: Keine Hundeerfahrung vor dem eigenen Hund sammeln

Du willst einen Hund! Sicher? Bist du dir da so richtig wirklich, zu 100 Prozent, absolut unumstößlich sicher?

Wer bisher keine direkten und umfassenden Erfahrungen mit Hunden hat, kann diese Frage nicht abgesichert beantworten. Viele Menschen mit Hundewunsch fallen aus allen Wolken, wenn sie sich den Traum erfüllen. „So hatte ich mir das nicht vorgestellt!“ ist einer der häufigsten Sätze, die ich zu hören bekomme. Oft wird auch vermutet, dass der spielende Welpe hyperaktiv sei, der hütende Hütehund aggressiv ist oder der Deutsche Schäferhund größenwahnsinnig ist und mindestens die Weltherrschaft an sich reißen will.

Trotz starkem Hundewunsch können die Gassigänge nerven, das Bellen zu einem echten Problem werden oder du ekelst dich permanent vor Hinterlassenschaften. Hast du hingegen schon einige praktische Erfahrungen mit Hunden gesammelt, weißt du deutlich besser, worauf du dich mit einem eigenen Vierbeiner einlässt. Du stellst fest, was du willst, womit du leben kannst und ob du überhaupt einen eigenen Hund willst.

Fehler bei der Hundewahl #9: Sich nicht über die Gesundheit der Rasse informieren

Qualzuchtrassen sind mittlerweile scheinbar in aller Munde. Dennoch sind einige Halter schockiert davon, wenn typische gesundheitliche Probleme auftreten. Und damit sind sie nicht allein. Die Neigung der Berner Sennen zu Krebs, dass Dobermänner öfter abrupt tot umfallen, viele Border Collie nicht mehr ins moderne Leben passen oder auch beim Labrador immer mehr ernsthafte Erkrankungen auftreten, das ist für die meisten neu. Dabei ließe es sich mit ein wenig Recherche leicht herausfinden.

  • Suche online gezielt nach den typischen und häufigen Krankheiten der ausgewählten Rasse.
  • Frag bei Tierärzten und Tierphysiotherapeuten nach, welche Krankheiten sie bei den Rassen oft erleben.
  • Werde hellhörig, wenn in einer Beschreibung oder bei einem Züchter das Wort „rassetypisch“ fällt, obwohl offensichtlich eine Einschränkung besteht oder dir etwas negativ auffällt.

Fehler bei der Hundewahl #10: Einen Modehund wählen

Border Collie wurden zunächst durch „Schweinchen Babe“ populär. Bei den Akitas war es „Hachiko“. Bei Collies war es „Lassie“, beim Chihuahua müssen sich Paris Hilton und „Natürlich blond“ das Podium teilen. Und wer wollte nach „Marley und ich“ nicht unbedingt einen Labbi.

Kurz gesagt: Filme, Serien, Werbung, berühmte Persönlichkeiten und das reine Image einer Rasse können dazu führen, dass Moderasse entstehen. Dazu gehörte der Deutsche Schäferhund einmal ebenso wie der Dalmatiner oder Pomeranian.

An dieser Stelle schließt sich der Kreis zur Auswahl nach Optik und nach Ruf. Liegt eine Rasse gerade im Trend, werfen viele die nötige Recherche über Board. Es wird nicht darauf geachtet, ob der Hund überhaupt ins eigene Leben passt oder ob die Rasse gesundheitlich stark angeschlagen ist.

Dazu ergibt sich noch ein anderes, gewichtiges Problem: Modehunde erzeugen bei Vermehrern Geldzeichen in den Augen. Hündinnen werden zu Wurfmaschinen und möglichst schnell möglichst viele Welpen auf den Markt gebracht – dafür aber an der Auswahl der Zuchthunde und der Aufzucht gespart.

Ist der Trend dann verflogen oder wurde durch einen anderen ersetzt, werden die Hunde erwachsen oder bereiten schon vorher Probleme, geht es mit der nächsten Trendrasse weiter. Gut endet es für keine von ihnen.

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