Dein Partner hat einen Hundewunsch und lässt sich beim besten Willen nicht davon abbringen. Du willst auf gar keinen Fall einen Hund? Konflikte sind dabei vorprogrammiert und die Streitigkeiten können eure Beziehung auf die Probe stellen. Mit unseren Tipps findet ihr eine Lösung oder gewinnt zumindest Klarheit.
- Meine Frau will einen Hund, ich nicht – was tun?
- Warum will dein Partner einen Hund?
- Warum willst du keinen Hund?
- Ist Erfahrung mit Hunden vorhanden?
- Kompromisse sind nicht immer eine Lösung
Meine Frau will einen Hund, ich nicht – was tun?
In Beziehungen finden sich immer wieder Herausforderungen. Vollkommen entgegengesetzte Wünsche, Ziele und Pläne gehören dazu.
Hat dein Partner schon lange einen Hundewunsch und du bist strikt dagegen, ist das eine belastende Situation für euch beide. Wichtig ist in erster Linie die offene Kommunikation und eine Menge Empathie – von euch beiden.
Warum will dein Partner einen Hund?
Alle paar Jahre oder wenn es sich gerade anbietet, stelle ich Menschen mit Hundewunsch eine Frage: Warum willst du einen Hund?
Hey, wenn der Wunsch so stark ist, dass ein Lebewesen einziehen soll, dann muss es dafür einfach verdammt gute Gründe geben. Dachte ich.
Weißt du, welche Antwort ich am häufigsten bekomme: „Weil ich halt einen Hund will!“
Ähm. Aha. Das ist keine Begründung, das ist nur ein betonter Hundewunsch.
Frag deinen Partner, warum er einen Hund will und lass dich nicht mit „Weil halt“ abspeisen. Abhängig von den Gründen können sich andere Lösungen finden, die für euch beide passen.
Schauen wir uns die möglichen Begründungen einmal an:
- Ich will jemanden zum Kuscheln.
Ist da der einzige Grund? Dann gibt es dafür reichlich Alternativen.
Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und Ratten genießen Kuscheleinheiten ebenfalls und müssen nicht mehrfach täglich Gassi.
2. Ich will mich mehr an der frischen Luft bewegen.
Der Klassiker, der oftmals in die Hose geht. Wer sich mehr im Freien bewegen will, geht raus. Dafür ist kein eigener Hund erforderlich. Außerdem gibt es reichlich Möglichkeiten, die ohne eigenen Hund sogar besser und einfacher funktionieren. Dazu gehören:
- Tägliche Spaziergänge (in Begleitung) machen. Wer nicht gemeinsam mit anderen Menschen gehen kann, kann währenddessen telefonieren und auf diese Weise Freundschaften pflegen.
- Zur Reitbegleitung werden. Soll die Zeit an der frischen Luft mit Tieren verbracht werden, ist das Kümmern um ein Pferd bestens geeignet. Mit dem Reiten geht zudem ein gesteigerter Fitnessfaktor einher.
- Als Gassigänger aushelfen. Tierheime, Pflegestellen des Tierschutzes, aber auch Freunde und Nachbarn suchen oftmals händeringend nach verlässlichen Gassigängern.
3. Ich will mich sicherer fühlen.
Viele Menschen mit einem Hundewunsch und ohne Hundeerfahrung gehen davon aus, dass sie sich mit einem Vierbeiner an ihrer Seite sicherer fühlen. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Giftköder, andere Hunde, Hundehasser, Straßenverkehr – es gibt eine ganze Reihe von Risiken und Gefahren, die auf Hunde lauern. Gute Hundehalter müssen diese präsent haben und ständig aufpassen.
Wer sich von einem Hund das Gefühl der Sicherheit verspricht, sollte besser Selbstverteidigungskurse besuchen. Denn mit Hund gibt es nur noch mehr Sorgen.
Warum willst du keinen Hund?
„Ich will halt keinen!“ ist keine Antwort. Was genau ist deine Befürchtung? Welche Abneigung hast du? Geh offen und ehrlich damit um.
- Willst du keine Verantwortung für ein Tier tragen?
- Hast du keine Lust auf Hundehaare und Abdrücke schmutziger Pfoten?
- Befürchtest du eine zu große finanzielle Belastung? Oder, dass die Arbeit an dir hängenbleibt?
- Willst du deine Flexibilität nicht aufgeben?
- Hast du Angst vor Hunden?
Es auszusprechen und fair darüber zu reden, bringt für deinen Partner und dich Aufschluss. Es ist die Basis dafür, eine passende Lösung für euch beide zu finden.
Ist Erfahrung mit Hunden vorhanden?
Ich kenne unfassbar viele Menschen, deren Erfahrung mit Hunden sich auf gelegentliche Sichtungen auf dem Bürgersteig beschränkt. Sie hatten nie einen Hund. Sie haben keine Freunde mit Hunden. Was sie aber haben: Unzählige Vorurteile, die sie als Fakten betrachten.
Das geht in beide Richtungen.
Menschen mit Hundewunsch und ohne Hundeerfahrung sehen die Haltung und die Herausforderungen durch die rosarote Brille. Sie unterschätzen den zeitlichen Aufwand und die finanzielle Belastung. Sie haben keine Vorstellung davon, wie viele Nerven hin und wieder nötig sind.
Menschen, die keinerlei Hundeerfahrung haben und partout keinen Hund wollen, sehen hingegen das Negative stark verzerrt. Sie gehen beispielsweise davon aus, dass mit Hund nie wieder Unternehmungen möglich sind.
Sie vernachlässigen oftmals vollkommen, dass Hunde zwar viel Aufwand bedeuten, ABER, dass sie auch viel zurückgeben. Und, dass sich mit der Zeit vieles zur Gewohnheit entwickelt.
Beides ist eine denkbar schlechte Voraussetzung für eine informierte und durchdachte Entscheidung. Also zieh mit deinem Partner los und sammelt gemeinsam Erfahrungen mit Hunden.
- unterhaltet euch mit Hundehaltern und Züchtern
- besucht Tierheime
- werdet zusammen Gassigänger für das Tierheim, für Freunde oder Nachbarn
- nehmt hin und wieder Vierbeiner übers Wochenende auf, wenn die Besitzer verreisen
- denkt darüber nach, Pflegestelle zu werden und somit Hunde auf Zeit aufzunehmen
Glaubst du jetzt, ich will dich zur Hundeanschaffung überreden? Nichts könnte weiter von Wahrheit entfernt sein.
Zwar hab ich schon oft erlebt, dass Menschen im direkten Kontakt mit Hunden ihre Vorurteile ganz schnell über Bord werden. Ebenso oft habe ich aber auch schon erlebt, dass Menschen mit Hundewunsch ganz schnell die Segel streichen, wenn sie die Realität mit den Vierbeinern erleben.
Praktische Erfahrungen lassen sich nicht ersetzen. Sie können deinem Partner und dir zeigen, wo ihr eventuell vollkommen falsche Vorstellungen hattet, was ihr über- oder unterschätzt habt.
Sehr wahrscheinlich werdet ihr die Anschaffung eines eigenen Hundes im Anschluss mit anderen Augen betrachten.
Kompromisse sind nicht immer eine Lösung
Dein Partner will einen Hund. Du willst keinen Hund. Ihr habt ausführlich über eure Gründe gesprochen. Ihr habt Erfahrungen gesammelt, euch informiert und doch hat sich weder an dem Hundewunsch deines Partners noch an deiner Ablehnung etwas geändert.
Jetzt bestehen mehrere Möglichkeiten.
- Dein Partner setzt seinen Wunsch durch. Bestenfalls habt ihr vorher feste Regeln vereinbart, damit du durch den Hund so wenig wie möglich eingeschränkt wirst.
Fakt ist, der Hund wird trotzdem auch zu deinem Leben gehören. Dein Partner wird Zeit und Geld in den Vierbeiner investieren und sich um ein Lebewesen kümmern, das bei allem auf den Menschen angewiesen ist.
Das wird eure Partnerschaft verändern. Nicht unbedingt zum Schlechten. Gehst du beispielsweise dennoch zum Gassi mit? Bringst du Leckerlis mit, obwohl du doch keinen Hund wolltest? Deinem Partner zuliebe ebenfalls etwas zu investieren, kann eure Bindung stärken.
Bist du hingegen durchgängig genervt? Drängst du nach den ersten drei Tagen schon auf Abgabe, weil noch nicht alles reibungslos läuft?
Das wird einen Bruch erzeugen, der sich in vielen Partnerschaften nicht einfach oder auch nie wieder kitten lässt.
2. Du setzt deine Ablehnung durch und verbietest eine Anschaffung.
Davon geht der Hundewunsch deines Partners nicht weg. Früher oder später wird das zur anhaltenden Belastung der Beziehung und zu einem Streitpunkt. Immerhin enthältst du deinem Partner damit etwas vor, das er dringend möchte.
3. Ihr denkt über eure Beziehung nach.
In einer gesunden Beziehung nehmen beide Rücksicht aufeinander, vergessen sich darüber aber selbst nicht.
Will dein Partner seinen Kopf durchsetzen und nimmt keine Rücksicht auf dich und deine Bedenken? Das ist ein Warnzeichen. Arbeitet er hingegen daran, dir deine Bedenken zu nehmen, übernimmt die volle Verantwortung und hat einen durchdachten Plan?
Dann liegt es an dir herauszufinden, ob du damit leben kannst und deinerseits auf deinen Partner einzugehen.
Funktioniert das nicht, ist es oft gesünder, ehrlicher und besser, einen Schlussstrich zu ziehen als einen faulen Kompromiss einzugehen, mit dem niemand zufrieden ist.

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