Wie tröste ich meinen Hund richtig? Darauf musst du achten!

Hunde zu trösten ist wichtig, um ihnen Sicherheit zu geben, die Bindung zum Menschen zu stärken und Krankheiten vorzubeugen. Das richtige Vorgehen ist allerdings auch entscheidend, damit sich dein Hund sicher und beschützt fühlt. Hier erfährst du, worauf du achten musst und was du vermeiden solltest.

  1. Hund trösten – aber richtig
  2. 5 Tipps, um deinen Hund zu trösten
    1. Tipp 1: Biete Körperkontakt an, aber zwing ihn nicht auf
    2. Tipp 2: Bleib oder werde ruhig
    3. Tipp 3: Trösten ist nicht bemitleiden
    4. Tipp 4: Finde heraus, was dein Hund braucht
    5. Tipp 5: Lauft den Stress weg  
  3. Hund trösten – Vorteile genießen

Hund trösten – aber richtig

Haben Menschen Angst oder sind sie traurig, kann eine Umarmung Wunder wirken. Primaten wie Menschen und Menschenaffen sind darauf ausgelegt, sich in den Arm zu nehmen oder nehmen zu lassen. Es beruhigt uns.

Besonders deutlich lässt sich dieses Verhalten bei kleinen Kindern (oder Affenbabys) beobachten, die ihre Arme nach ihren Müttern oder Bezugspersonen beziehungsweise Affen ausstrecken. Sie suchen damit nach Sicherheit und fühlen sich eng am Körper gehalten, geborgen.

Hunde sind nicht von Natur aus auf Umarmungen ausgelegt. Im Gegenteil, sie können das Umfassen und Drücken als unangenehm, als Dominanzgeste oder sogar als Bedrohung empfinden.

Auf diesen und weitere Unterschiede und Besonderheiten musst du beim richtigen Trösten deines Hundes Rücksicht nehmen.

5 Tipps, um deinen Hund zu trösten

Beim richtigen Trösten kommt es immer darauf an, individuell vorzugehen. Ein paar Grundlagen gelten jedoch in jedem Fall. Dazu gehören in erster Linie drei Regeln:

  1. Denk nicht zu menschlich! Es geht darum, deinen Hund zu trösten und ihm Sicherheit zu geben, nicht um einen Mitmenschen.
  2. Sei empathisch! Auch, wenn du eine Angst lächerlich findest, solltest du sie ernst nehmen. Das panische Gefühl ist für deinen Hund sehr real.
  3. Geh individuell vor! Nicht jede Methode funktioniert für jeden Hund und in jeder Situation. Beobachte deinen Vierbeiner genau, um herauszufinden, wobei er sich am schnellsten entspannen kann.

Tipp 1: Biete Körperkontakt an, aber zwing ihn nicht auf

Manche Hunde mögen Umarmungen nicht  und lassen sie lediglich über sich ergehen. Andere reagieren darauf mit noch mehr Verunsicherung, was bei bereits bestehender Angst denkbar ungünstig ist und sogar gefährlich werden kann.

Wenige Hunde genießen Umarmungen und fühlen sich dabei vollkommen sicher und geborgen. Achte also sehr genau darauf, wie sich dein Hund verhält. Wird er dabei steif und drückt von dir weg?

Oder lehnt er sich an und beruhigt sich?

Auch ohne volle Umarmungen kannst du reichlich hundegerechten Körperkontakt anbieten. Streicheln, Kraulen, Kontaktliegen und Kontaktsitzen sind ebenso möglich wie eine kurze Massage.

Zudem kannst du dir einiges bei Hunden abschauen. Will eine Hundemutter ihre Welpen beruhigen oder will ein nahestehender Hund einen anderen trösten, steht das Putzen des Gesichts ganz hoch im Kurs.

Fahr dazu mit einem oder mehreren Fingern langsam und mit leichtem Druck von der Nasenspitze nach oben und über die Stirn. Beginne wieder an der Nasenspitze und fahre mit dem Finger seitlich bis zu den Ohren.

Auf viele Vierbeiner wirkt das entspannend.

Tipp 2: Bleib oder werde ruhig

Du kannst diesen Tipp überall lesen: Sei und bleib ruhig, wenn du deinen Hund tröstest.

Hand aufs Herz: Wenn ich mich ebenso erschreckt habe und Angst ausstehen musste – beispielsweise, weil wir gerade von einem anderen Hund angegriffen oder stark bedrängt wurden – bin ich vieles. Aber mit Sicherheit nicht ruhig.

Ich kann meinen Hunden auch nicht vorgaukeln, dass ich tiefenentspannt bin. Was ich machen kann, ist es mich gemeinsam mit meinen Hunden zu beruhigen. Und das kannst du auch!

Atme bewusster, tiefer und langsamer. Vermeide (weitere) Hektik. Mach dir bewusst, dass deine Entspannung deinem Hund hilft.

Dich selbst schneller zu beruhigen, kannst du trainieren. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du zur Nervosität neigst und dich schnell überfordert fühlst.

Tipp 3: Trösten ist nicht bemitleiden

„Du Ärmster aller Armen! Das ist sooo schlimm!“ Nein, einfach nein. Deinen Hund zu trösten und zu beruhigen, bedeutet nicht, dass du ihn in Säusel-Stimme bemitleidest und dir selbst vermittelst, dass alles furchtbar ist.

Denk daran, dass es um Entspannung und um Mut machen geht. Dein Hund soll den Stress wortwörtlich danach besser abschütteln können.

Mach das Drama also nicht größer, sondern kleiner und sorg für Ruhe.

Tipp 4: Finde heraus, was dein Hund braucht

Manche Hunde wollen sich verstecken und ihre Ruhe, andere würden am liebsten in dich hineinkriechen und möchten nicht von deiner Seite weichen.

Wie schon beim Körperkontakt kannst du lediglich Angebote machen.

Dazu kann es gehören, deinem Hund mehr Sicherheit zu geben, Rückzugsmöglichkeit zu schaffen oder dich – beispielsweise bei Gewitter oder Feuerwerk – mit ihm in den ruhigsten Raum der Wohnung zu begeben.

Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich dein Hund zwar am liebsten in die Badewanne verkrümeln will, aber auch nicht auf deine Gesellschaft verzichten möchte und deswegen hin- und hergerissen ist.

Tipp 5: Lauft den Stress weg  

Nach Angstsituationen oder immensem Stress hilft ruhige Bewegung dabei, die Anspannung abzubauen.

Geht gemeinsam in einer reizarmen Umgebung spazieren. Lob deinen Hund ruhig. Lass ihn schnüffeln. Lenk deinen Vierbeiner mit Spielchen ab oder bewältigt gemeinsam Hindernisse.

Du gelangst damit von der Angstsituation über Trost hin zu positiven Erlebnissen und hilfst deiner Fellnase dabei, sich auf gesunde Weise abzulenken und zu verarbeiten.

Hund trösten – Vorteile genießen

Deinen Hund zu trösten, sollte keine Frage sein. Dein Vierbeiner und du genießen dadurch eine ganze Reihe von Vorteilen. Zusätzlich kannst du die dadurch verbesserte Bindung dazu nutzen, das Selbstbewusstsein deines Hundes aufzubauen, ein Alternativverhalten zu trainieren oder aber Ängste abzubauen.

Das mag fürchterlich technisch klingen, kommt deinem Hund aber in jeder Hinsicht zugute. Sowohl der Aufbau des Selbstbewusstseins als auch gezielt an Ängsten zu arbeiten, senkt das Stresslevel und erhöht die Lebensqualität deines Sofawolfes.

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