Vergiftungen beim Hund vorbeugen

Vergiftungen bei Hunden sind oft und schnell lebensgefährlich. Von bedenklichen Lebensmitteln bis zur Maus am Wegrand oder absichtlich ausgelegten Giftködern finden sich im Alltag zahlreiche Risikofaktoren, die innerhalb von Stunden zum Tode führen können. Wie du diesen Gefahren vorbeugst und sogar noch zum Vorbild für andere Hundehalter wirst, erfährst du in den folgenden Tipps.

  1. Vergiftungen beim Hund vorbeugen
    1. Informier dich über giftige Lebensmittel und Pflanzen
    2. Setze einen Maulkorb als Fressschutz ein
    3. Füttere deinen Hund satt
    4. Trainier einen gutsitzenden Rückruf
    5. Lass die Leine dran
    6. Mach ein Anti-Giftköder-Training
    7. Melde gefundene Giftköder
    8. Achte auf eine hundesichere Wohnung

Vergiftungen beim Hund vorbeugen

Befürchtest du, dass dein Hund etwas Giftiges gefressen hat? Die damit einhergehende Unsicherheit und Panik braucht wirklich niemand. Du kannst beides vermeiden, indem du auf ein paar Punkte drinnen und draußen achtest. Denn die Gefahren lauern nicht nur auf der Gassistrecke.

Informier dich über giftige Lebensmittel und Pflanzen

Nach dem Motto: „Gefahr bekannt, Gefahr gebannt.“, ist das Wissen über für Hunde giftige Lebensmittel und andere alltägliche Substanzen die beste Grundlage dafür, Gefahren zu reduzieren.

Informier dich zudem darüber, welche Zimmerpflanzen und Gewächse im Garten toxische Substanzen enthalten. Zum einen kannst du deine Fellnase dadurch schützen. Zum anderen kannst du genauere Angaben beim Tierarzt machen, sollte dein Vierbeiner doch einmal ein Blatt fressen. Das beschleunigt die richtige Behandlung.

Setze einen Maulkorb als Fressschutz ein

Mutiert dein Hund im Freien zum Staubsauger? Inhaliert er alles, was er für fressbar befindet, bevor du auch nur „Pfui“ brüllen kannst? Gehst du zusätzlich in Gebieten Gassi, in denen du mit weggeworfenen Windeln, Tierkadavern, Müll und Giftködern rechnen musst?

Ein gutsitzender Maulkorb als Fressschutz verhindert, dass sich dein Hund in Gefahr bringt. Achte bei der Auswahl auf die richtige Eignung, denn längst nicht jeder Maulkorb hält Hunde vom Fressen ab.

Füttere deinen Hund satt

Mit Sicherheit kennst du den Tipp, nicht hungrig einkaufen zu gehen. Denn knurrt der Magen bereits, wandern auf wundersame Weise zig Dinge in den Einkaufswagen, die du eigentlich gar nicht kaufen wolltest und von denen du weißt, dass sie nicht gut für dich sind.

Ähnlich verhält es sich bei Hunden. Ein Hund, der sich regelmäßig satt fressen kann und bei dir die besseren Leckerlis bekommt, geht in der Regel weniger auf die Suche im Freien. Oder im heimischen Müll.

Deinem Hund satt zu essen zu geben, bedeutet übrigens nicht, ihn fett zu füttern.

Trainier einen gutsitzenden Rückruf

Ein fauliger Fisch am Bachufer, eine modrige Maus am Feldrand oder Wurststücke neben dem Weg? In 9 von 10 Fällen bemerkt ein Hund vor seinem Menschen, dass sich fragwürdige Köstlichkeiten (und potenzielle Giftquellen) in der Umgebung befinden.

Halte die Augen also offen. Läuft dein Hund plötzlich zielstrebig auf das Objekt seiner Begierde zu, muss der Abruf bombensicher sitzen. Ebenso wie ein Abbruchsignal, wenn dein Vierbeiner Kadaver, Kot und Co. bereits im Maul hat.

Das erfordert langes, abgestimmtes und regelmäßiges Training. Sind die Kommandos noch nicht verlässlich? Setz auf den Maulkorb als Fressschutz. Das ist auch dann eine Lösung, wenn du in belebten Gebieten unterwegs bist oder mit Giftködern rechnen musst.

Lass die Leine dran

Den Hund ohne Leine laufen zu lassen, ist zu einem fragwürdigen Trend geworden. Der Leinenpflicht, den Gefahren und der fehlenden Erziehung zum Trotz, muss der Sofawolf bei manchen möglichst immer und überall „oben ohne“ unterwegs sein. Das gilt selbst dann, wenn der Hund regelmäßig Kot und Kadaver frisst und damit permanent das Risiko einer Vergiftung besteht.

Sei dir dieser Gefahr bewusst und lass die Leine dran. Kannst du ein Gebiet nicht überschauen, hört dein Hund nicht verlässlich und hast du noch keinen passenden Maulkorb parat, ist das die sichere Wahl.

Mach ein Anti-Giftköder-Training

Giftköder und giftige oder anderweitig gefährliche Substanzen finden sich überall. Ob mitten im Wald, direkt neben einem Spielplatz oder vor einem Imbiss – Hundehasser sind dafür bekannt, durchaus sinnvoll und gezielt vorzugehen.

Dementsprechend legen sie gespickte Wurststücke, Fleisch, belegte Brote oder Leckerlis genau an den Stellen aus, die häufig von Hunden und Haltern frequentiert werden.

Genau das macht es beispielsweise im Park oder neben einem Essensstand schwierig, Giftköder von einer heruntergefallenen Wiener zu unterscheiden. Zusätzlich finden sich nicht nur absichtlich ausgelegte Gifte. Das Nagetier, das sich Rattengift einverleibt hat oder die runtergefallenen Bucheckern, Eicheln und Kastanien zählen ebenfalls dazu.

Bei einem Anti-Giftköder-Training lernt dein Hund, potenziell „Fressbares“ im Freien anzuzeigen und sich dafür bei dir eine Belohnung abzuholen. Er soll begreifen, dass du die besseren Leckereien hast und, dass der „Tausch“ sich lohnt.   

Dieses Training bringt einige Vorteile, aber auch mögliche Nachteile mit sich. Ob es für dich und deinen Hund funktioniert, ist individuell und von verschiedenen Faktoren abhängig.

Melde gefundene Giftköder

Giftköder auszulegen, ist eine Straftat. Findest du unterwegs gespickte Wurst oder Ähnliches, zeig es bei der Polizei an. Zwar ist die Erfolgsquote in Hinsicht auf das Stellen des Täters gering, Warnungen sind aber möglich.

Gleichzeitig kannst du andere Hundehalter alarmieren, indem du:

  • die Dogorama-App nutzt
  • deinen Fund in Hundeforen postest
  • in Facebook-Gruppen Bescheid gibst
  • Aushänge machst

Sind andere öffentlich und gut sichtbar vorgewarnt – beispielsweise in Form eines Aushangs direkt am Wald- oder Parkeingang oder an der Fundstelle – wächst die Wachsamkeit bei Menschen. Sie achten dann nicht nur auf Futterstücke, die in der Gegend herumliegen. Sie achten auch auf Personen, die diese fallen lassen.

Mit dem Melden von Giftköder-Funden hilfst du anderen Hundehaltern dabei, ihre Vierbeiner sicher zu halten. Zudem animierst du sie dazu, das Gleiche zu tun.

Achte auf eine hundesichere Wohnung

Gift und andere Gefahren lauern nicht nur im Freien, sondern auch drinnen. Medikamente für Menschen, Zimmerpflanzen, auf dem Tisch vergessene Schokolade – die Liste der potenziellen Risiken ist lang.

Weißt du, was toxisch auf Hunde wirkt, kannst du die Gefahrenquellen beseitigen.

  • Halte Medikamente und Reinigungsmittel verschlossen.
  • Rechne damit, dass dein Hund Schränke und Mülleimer öffnen kann.
  • Lass nichts offen auf den Anrichten oder dem Tisch stehen.
  • Sichere oder beseitige giftige Zimmerpflanzen.

Wie meine Oma immer sagt: Tiere erziehen zur Ordnung. Denn, auch wenn dein Hund in deiner Anwesenheit natürlich niemals nimmer nicht klauen, die Blattpflanze anfressen oder die Wurstverpackung aus dem Recycling ziehen würde – allein gelassen sehen die Welt und die Regeln anders aus.

Betrachte Wohnung und Garten daher ruhig ab und an aus Hundesicht und lerne aus deinen Fehlern. War der Schrank doch nicht so sicher? Liegt der Mülleimer zum zweiten Mal in Folge auf der Seite? Anstatt (nur) an der Erziehung zu arbeiten, lohnt es sich in mehrfacher Hinsicht, das Umfeld hundesicher zu gestalten. Denn das bedeutet Sicherheit und Entspannung für alle Seiten.  

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