Wie viel trinkt ein Hund am Tag?

Trinkt dein Hund zu viel oder zu wenig? Diese Frage stellt sich immer dann, wenn sich das Trinkverhalten plötzlich ändert. Aber wie viel trinkt ein Hund pro Tag eigentlich? Auf diese Frage haben die wenigsten Hundehalter eine Antwort. Lass uns das ändern und dein Hundewissen vergrößern.

  1. Wie viel trinkt ein Hund pro Tag?
  2. Wie viel trinkt ein Hund pro Tag? Faustregel
  3. Wann trinkt ein Hund zu wenig?
  4. Wie stelle ich Dehydrierung beim Hund fest? Checkliste
    1. Trinkt mein Hund zu wenig? – Hautfaltentest
    2. Trinkt mein Hund genug? – auf den Urin achten
    3. Ist mein Hund dehydriert? – Schleimhäute checken
  5. Wann trinkt ein Hund zu viel? Checkliste
    1. Erhöhter Harndrang und wassergleicher Urin
    2. Wasserbauch
    3. Erbrechen
    4. Gibt es Symptome für Krankheiten?
  6. Was beeinflusst das Trinkverhalten von Hunden?
  7. Der Wasserbedarf eines Hundes wird nicht nur über den Wassernapf gedeckt

Wie viel trinkt ein Hund pro Tag?

Du füllst einen Wassernapf, stellst ihn hin und füllst nach, wenn er leer ist. So weit, so gut. Aber weißt du zumindest grob, wie viele Milliliter oder Liter dein Vierbeiner pro Tag trinkt? Und weißt du, ob er damit zu viel oder zu wenig trinkt?

Diese Frage stellt sich spätestens dann, wenn dein Sofawolf plötzlich sehr viel trinkt oder das Wasser lange Zeit unangerührt stehen bleibt.

Die Frage nach der normalen Menge wird dabei wichtig für den Tierarzt und die Diagnose – sofern überhaupt ein Gang zum Tierarzt nötig ist.

Schauen wir uns also erst einmal die durchschnittliche Trinkmenge eines Hundes pro Tag an.

Wie viel trinkt ein Hund pro Tag? Faustregel

Durchschnittlich trinken gesunde Hunde 20 bis 100 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht.

Bei einem Chihuahua mit 1 Kilogramm Körpergewicht sind also 20 bis 100 Milliliter normal.

Bei einem 10 Kilogramm Jagdterrier 200 Milliliter bis 1 Liter.

Bei einem 30 Kilogramm Labrador 300 Milliliter bis 3 Liter.

Bei einem 90 Kilogramm Mastiff 900 Milliliter bis 9 Liter!

Schon an dieser immensen Spanne merkst du: Die Faustregel zur Trinkmenge für Hunde allein reicht nicht aus, um gesundes Trinkverhalten wirklich zu bewerten.

Am auffälligsten ist das bei dem 90 Kilo schweren Mastiff. Ob er nicht einmal das Äquivalent einer Packung Milch trinkt oder fast einen Wassereimer leer säuft, ist ein gewaltiger Unterschied.

Wann trinkt ein Hund zu wenig?

Ich würde dir fürchterlich gerne sagen: Wenn dein 5 Kilo schwerer Pudel weniger als 100 Milliliter oder dein 50 Kilo schwerer Berner Sennenhund weniger als 1 Liter pro Tag trinkt, ist das eindeutig nicht genug. Das lässt sich zumindest einfach nachverfolgen und gut überprüfen.

Aber es stimmt nicht. Denn:

Der Wasserbedarf eines Hundes wird nicht nur über den Wassernapf gedeckt.

Ob dein Hund wirklich zu wenig trinkt, kannst du nur individuell feststellen.

Wie stelle ich Dehydrierung beim Hund fest? Checkliste

Trinkt dein Hund zu wenig? Oder ist einfach sein Flüssigkeitsbedarf gedeckt und er trinkt deswegen nicht? Beachte die folgenden Punkte, um den Unterschied zu erkennen:

Trinkt mein Hund zu wenig? – Hautfaltentest

Greif eine zwei bis drei Millimeter dicke Hautfalte deines Hundes mit Daumen und Zeigefinger. Übe leichten Druck darauf aus. Kneif deinen Hund dabei bitte nicht. Vorsichtiger, leichter Druck reicht vollkommen aus.

Glättet sich die Hautfalte sofort wieder?

Super! Dein Hund ist ausreichend mit Flüssigkeit versorgt.

Bleibt die Hautfalte stehen und sinkt erst nach einigen Sekunden wieder ab?

Zeit für den Tierarzt! Denn dein Hund ist dehydriert. Sollte er nicht von allein trinken, benötigt er eine Infusion.

Trinkt mein Hund genug? – auf den Urin achten

Setzt dein Hund mindestens drei bis vier Mal täglich Urin ab?

Sollte die Anzahl darunter liegen, besteht die Gefahr des Austrocknens.

Ist der Urin dunkel und riecht stark?  

Eine hohe Konzentration an Harn spricht für eine unzureichende Flüssigkeitsversorgung.

Ist die Urinmenge sehr gering?

Wenn dein Hund gerade mal Tropfen oder einen Fingerhut voll Urin absetzt, ist das weit entfernt von normal. Selbst bei einem Prager Rattler sollte eine kleine Pfütze mehrmals täglich entstehen.

Ist mein Hund dehydriert? – Schleimhäute checken

Schleimhäute erfüllen wichtige Funktionen. Sie müssen dafür gut durchblutet, feucht, glänzend und glatt sein. Ein Blick auf das Zahnfleisch deines Hundes kann also schnell Aufschluss darüber bringen, ob die Flüssigkeitsversorgung ausreicht oder zu Wünschen übrig lässt.

Sind sie blass, trocken und wirken verschrumpelt, musst du deinen Hund zum Tierarzt bringen.

Wann trinkt ein Hund zu viel? Checkliste

Trinkt dein Hund deutlich zu viel, ist das ein Warnzeichen. Allerdings gibt es reichlich andere Auslöser dafür, dass der Flüssigkeitsbedarf erhöht ist. Schau also genau hin.

Erhöhter Harndrang und wassergleicher Urin

Hat dein Hund großen Durst und trinkt, um den Wasserhaushalt auszugleichen, setzt er im Anschluss normal Urin ab.

Trinkt dein Hund hingegen Unmengen und pinkelt im Anschluss auch Unmengen, kann das ein Grund zur Sorge sein. Das gilt zumindest dann, wenn es länger als einen Tag anhält oder zusätzliche Symptome auftreten.

Wassergleicher Urin weist auf Dauer beispielsweise auf Probleme im Bereich der Nieren hin.

Wasserbauch

Trinkt dein Hund sehr viel, setzt danach aber nicht ausreichend Harn ab, können sich ein Wasserbauch oder Ödeme bilden. Bei Ödemen handelt es sich um Wasserablagerungen im Gewebe. Sie können überall im Körper entstehen, sind schmerzhaft und weisen auf ernste gesundheitliche Probleme hin.

Hat dein Hund sehr viel getrunken und wird das Wasser nicht ausreichend über den Urin wieder los, staut es sich im Bauch oder in anderen Körperteilen, such sofort einen Tierarzt oder eine Tierklinik auf.

Erbrechen

Dein Hund erbricht nach dem Trinken? Ein harmloser Grund dafür ist, dass dein Vierbeiner zu schnell, zu viel, zu kaltes Wasser getrunken und damit seinen Magen überlastet hat. Tritt das Übergeben einmalig auf, musst du dir deswegen keine Sorgen machen.

Tritt das Erbrechen auf, nachdem dein Hund aus einer Pfütze, einem See oder einer anderen unsauberen Wasserquelle getrunken hat, sollte dein Weg zum Tierarzt führen. Blaualgen, Bakterien, Parasiten oder Verunreinigungen können zu Infektionen und Vergiftungen führen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um schwerwiegende Verläufe und lebensbedrohliche Zustände zu vermeiden.

Bricht dein Hund immer wieder nach dem Trinken, besteht ein Problem bei der Flüssigkeitsaufnahme. Dieses muss ebenfalls umgehend tierärztlich behandelt werden, bevor dein Hund dehydriert.

Hat dein Hund hingegen erbrochen und leidet zusätzlich unter Durchfall, ist das anfängliche vermehrte Trinken normal. Dein Vierbeiner füllt lediglich seinen Flüssigkeitsspeicher wieder auf.

Gibt es Symptome für Krankheiten?

Trinkt dein Hund scheinbar zu viel und gibt es gleichzeitig Anzeichen für eine Erkrankung, such umgehend einen Tierarzt auf. Auch auffälliges Verhalten oder eine plötzliche Verhaltensänderung sollten zum Tierarzt führen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Apathie
  • Appetitlosigkeit oder übermäßiges Fressen
  • druckempfindlicher Bauch
  • blasse Schleimhäute  
  • Erbrechen und Durchfall
  • Fieber
  • Gewichtsverlust oder -zunahme bei gleicher Fütterung
  • starkes Hecheln, trotz Kälte und fehlender Anstrengung
  • übermäßiges Speicheln
  • Unruhe
  • Zittern

Was beeinflusst das Trinkverhalten von Hunden?

Wie viel ein Hund trinken muss, um gesund zu bleiben und alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht nur das Gewicht spielt eine Rolle.

  • Aktivität: Agility am Montag, Dienstag Dog Dancing, Mittwoch Obedience, Donnerstag Hoopers, am Freitag geht es eine Runde Joggen und das Wochenende ist fürs Wandern reserviert – mal abgesehen davon, dass kein Hund ein solches Pensum absolvieren sollte, steht viel Aktivität im krassen Gegensatz zu einem Vierbeiner, der außer der Runde um den Block weder gefördert noch gefordert wird. Je aktiver der Alltag deines Hundes ist, desto größer ist auch sein Nährstoff- und Wasserbedarf.
  • Anatomie: Hunde mit einem langen Fang und einem schlanken Körperbau sind besser an Wärme angepasst als Vierbeiner mit einer kurzen Schnauze und schwerer Knochenstruktur. Sie können ihre Körpertemperatur bedeutend besser und schneller über das Hecheln regulieren und brauchen daher im Vergleich weniger Wasser.
  • Charakter: Es gibt Hunde, die sind die Ruhe selbst. Ihre „komm ich heut nicht, komm ich eventuell morgen“-Attitüde macht sie zu entspannten Begleitern. Und dann gibt es Hunde, bei denen das Energielevel oder auch die Nervosität für ein ganzes Rudel reicht. Letztere laufen schneller innerlich warm und auf Hochtouren, was den Wasserbedarf steigen lässt. Aber auch zum vermehrten Trinken und Pinkeln aus Nervosität führen kann.
  • Fütterung: Eine Monofütterung mit Trockenfutter erfordert es, deutlich mehr zu trinken als bei einer wassereichen Mischkost. Das Beispiel am Ende zeigt dir, wie groß der Unterschied ausfallen kann.  
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit: 30 °C im Schatten und Luftfeuchtigkeit, die direkt aus der Wüste zu kommen scheint? Hier geht bereits beim Atmen reichlich Flüssigkeit verloren. Warme, trockene Heizungsluft oder die trockene Luft in klimatisierten Räumen kann den Wasserbedarf ebenfalls erhöhen.

Der Wasserbedarf eines Hundes wird nicht nur über den Wassernapf gedeckt

Die Art und der Wassergehalt des Futters spielen entscheidende Rollen für die gesunde und benötigte Trinkmenge deines Hundes.

Trockenfutter weist einen Wassergehalt von 5 bis 12 Prozent auf. Damit es überhaupt verdaut werden kann, muss es zunächst aufquellen und aufweichen. Dafür wird dem Körper Wasser entzogen. Im Darm wird dem Futterbrei Wasser entzogen und dem Körper wieder zugeführt. Allerdings hat der Kot einen höheren Wassergehalt als das Trockenfutter.

Bei der Fütterung mit Trockenfutter geht deinem Hund also Wasser verloren. In der Folge muss er mehr trinken, um das Defizit auszugleichen.

Dosenfutter, Barf oder gekochtes Futter bringt deutlich mehr Wasser mit sich. Abhängig von den Zutaten und der Zubereitung fällt der Wassergehalt unterschiedlich aus, liegt aber in jedem Fall weit über dem von Trockenfutter.

Dein Hund muss für die Verdauung nicht extra trinken, wenn du wasserreiches Futter servierst. Es muss weder aufquellen noch aufweichen. Stattdessen wird dem Organismus mit jeder Mahlzeit Wasser zugeführt.

Addiere hierzu noch knackige Karotten zum Kauen, Wassermelone als Erfrischung oder selbstgemachtes Hunde-Eis zur Abkühlung, und dein Sofawolf hat bereits über das Futter und über Snacks viel Wasser aufgenommen.

Trockenfutter trocknet ihn hingegen aus und erfordert eine deutlich größere Trinkmenge.

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