Hitzschlag beim Hund – Erste Hilfe

Hitzschlag, Sonnenstich und Kreislaufkollaps sind bei Hunden im Sommer leider weit verbreitet. Oftmals wurden sie im Auto oder in der Sonne zurückgelassen, von ihren Haltern überfordert oder überschätzt. Hat ein Hund einen Hitzschlag, ist sofortiges Handeln gefragt! Die Erste Hilfe beim Hitzschlag bei Hunden kann Leben retten.

  1. Hitzschlag erkennen: Symptome für einen (drohenden) Hitzschlag beim Hund
  2. Atmet der Hund und ist bei Bewusstsein?
    1. Schritt 1: Sofort schonend Abkühlen
    2. Schritt 2: Trinken lassen
    3. Schritt 3: Tierarzt aufsuchen
  3. Der Hund atmet nicht und ist bewusstlos
  4. Der Hund atmet nicht und ist bewusstlos
    1. Schritt 1: Seitenlage und Kopfposition
    2. Schritt 2: Herzmassage und Beatmung
    3. Schritt 3: Fortlaufend kühlen
    4. Schritt 4: Tierarzt
  5. Wie kommt es zu einem Hitzschlag?
  6. Was passiert bei einem Hitzschlag?
  7. Vorbeugung und Hilfe
  8. Absolviere einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde!

Hitzschlag erkennen: Symptome für einen (drohenden) Hitzschlag beim Hund

Die ersten Warnzeichen für einen drohenden Hitzschlag oder Sonnenstich beim Hund sind:

  • gerötete Schleimhäute
  • Hals wird langgestreckt
  • starkes Hecheln
  • Unruhe und nervöses Suchen
  • Zunge hängt weit heraus und ist geschwollen

Reagierst du bei diesen Anzeichen nicht umgehend und kühlst deinen Hund ab, droht Lebensgefahr. Die Symptome für den Hitzschlag sind:

  • extrem rote Schleimhäute
  • flache, schnelle Atmung
  • gegebenenfalls Erbrechen und Durchfall
  • Herzrasen
  • Körpertemperatur über 40 °C
  • Schwäche und Taumeln
  • starkes Speicheln oder trockene Schleimhäute
  • Teilnahmslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit

Fallen dir diese Symptome auf, musst du sofort handeln. Nur dadurch kannst du Schlimmeres bis hin zum Tod verhindern.

Atmet der Hund und ist bei Bewusstsein?

Solange dein Hund noch atmet und ansprechbar ist, stehen die Chancen für Erholung gut.

Schritt 1: Sofort schonend Abkühlen

  • Bring deinen Hund in den Schatten oder an einen kühlen Ort.
  • Verwende fließendes kühles bis kaltes Wasser, feuchte Handtücher oder Ventilator, Lüftung und Zufecheln. Kühle deinen Hund von den Pfoten Richtung Körper ab, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.
  • Hast du Eiswürfel zur Verfügung, reibe deinem Hund Pfoten und Beine damit ab, dann Körper, Bauch und Kopf.

Schritt 2: Trinken lassen

Lass deinen Hund so viel trinken wie möglich, halte Fell und Körper feucht und kühl.

Trinkt dein Hund generell wenig? Eiswürfel, Hundeeis, verdünnter Joghurt, Leberwurstwasser oder kalte Brühe – bei einem drohenden oder bereits bestehenden Hitzschlag ist nicht wichtig, ob er damit zu viele Kalorien aufnimmt oder später Durchfall bekommt. Wichtig ist:

  • Abkühlung durch kühle Flüssigkeit
  • Dehydrierung vorbeugen oder sie beheben
  • Eis oder Flüssigkeit enthalten keine für den Hund giftigen Stoffe

Vorsicht: Trinkt dein Hund sehr schnell eiskaltes Wasser, wirkt sich die abrupte Kälte im Magen wiederum belastend auf den Kreislauf aus.

Schritt 3: Tierarzt aufsuchen

Um Folgeschäden zu vermeiden und bereits vorhandene Probleme zu behandeln, musst du mit deinem Hund zum Tierarzt. Achte dabei auf die folgenden Punkte:

  • Informier einen Tierarzt oder die Tierklinik. Dadurch sind sie bereits auf eure Ankunft eingestellt. Verlass dich nicht auf Öffnungs- oder Bereitschaftszeiten im Internet. Ruf an oder lass anrufen und schildere die Lage.
  • Kühl weiterhin während der Fahrt. Kühlmatten, Klimaanlage beziehungsweise Lüftung, nasse Handtücher oder Kühlakkus sorgen dafür, dass dein Hund nicht direkt wieder überhitzt.
  • Biete Trinken an. Hast du keinen Helfer oder Fahrer, aber eine längere Fahrt vor dir, leg Pausen ein und biete Trinken an.

Der Hund atmet nicht und ist bewusstlos

Durch Infusionen und Medikamente wird dein Hund weiter stabilisiert. Der Kreislauf wird entlastet. Bei einem Hitzschlag besteht die Gefahr für die Bildung eines Hirnödems und für Organschäden. Dank der richtigen und frühzeitigen Behandlung lassen sich die Auswirkungen so gering wie möglich halten.

Der Hund atmet nicht und ist bewusstlos

Atmet dein Hund nicht mehr und ist bewusstlos, handelt es sich um einen akut lebensgefährlichen Zustand. Schnelles und richtiges Handeln ist gefragt.

Schritt 1: Seitenlage und Kopfposition

Bring deinen Hund in eine stabile Seitenlage.

Leg ihn auf die rechte Seite, das schont das Herz.

„Kopf in den Nacken!“ Überdehne den Hals leicht nach hinten Richtung Rücken. Dadurch wird die Sauerstoffzufuhr erleichtert.

Kontrolliere das Maul auf Fremdkörper, Erbrochenes und Zungenposition. Die Zunge darf die Atemwege nicht versperren. Zieh sie nach seitlich nach vorne und außen. Achte darauf, dass das Maul offen stehen bleibt.

Schritt 2: Herzmassage und Beatmung

Beginne mit der Herzmassage.

Lege abhängig von der Größe deines Hundes ein oder zwei Hände auf die linke Seite des Brustkorbs auf. Die Herzmassage erfolgt auf dem linken Rippenboden oberhalb des Ellbogengelenks und direkt dahinter.

Übe rhythmisch Druck aus. Strebe 70 Impulse pro Minute auf das Herz an.

TIPP: Der Refrain des Songs „Staying alive“ von den BeeGees ist eine gute Hilfe dabei, die richtige Geschwindigkeit einzuhalten.

Sanitäter für Menschen raten mittlerweile davon ab, vor allem Kinder zu beatmen. Die Herzmassage ist zunächst wichtiger. Zudem kann bei der Beatmung viel Luft in den Magen gelangen, was den Kreislauf stärker belastet.

Fängt dein Hund nicht innerhalb kurzer Zeit wieder an zu atmen, kannst du an die Größe angepasst Atemstöße in seine Schnauze geben und dann sofort mit der Herzmassage fortfahren. Versuche einen Atemstoß alle sieben Handdrucke auf das Herz.

Schritt 3: Fortlaufend kühlen

Fortlaufender Blutfluss und Sauerstoff sind wichtig, das Abkühlen des Körpers ist bei einem Hitzschlag aber ebenfalls essenziell.

Ruf Hilfe oder nutze alle zur Verfügung stellenden Möglichkeiten, um die Körpertemperatur zu senken. Gartenschlauch, Seewasser, Trinkwasser, Eis aus der Kühlbox, nasse Handtücher kommen infrage.

  • Bring deinen Hund in den Schatten.
  • Fang mit dem Abkühlen bei den Pfoten an.
  • Befeuchte oder durchnässe das Fell, um fortlaufend Verdunstungskälte zu produzieren.

Schritt 4: Tierarzt

Ruf einen Tierarzt an. Schildere die Lage. Falls möglich, kann die Erste Hilfe vor Ort erfolgen.

Hat dein Hund das Bewusstsein wiedererlangt, kühl ihn weiterhin, biete Wasser oder anderes Trinken an und bring ihn schnellstmöglich in eine vorgewarnte Tierklinik oder Tierarztpraxis.

Für einen Hitzschlag ist es entscheidend, dass dein Hund nachbehandelt wird. Lass den Tierarztbesuch also nicht aus, auch wenn es deinem Vierbeiner augenscheinlich wieder gut geht.

Wie kommt es zu einem Hitzschlag?

Die typischsten Ursachen für einen Hitzschlag beim Hund sind:

  • Einsperren im Auto: Aber das Auto stand doch im Schatten, die Fenster waren offen, die Klimaanlage lief, ich war nur ein paar Minuten weg – die Begründungen für im Sommer im Auto eingesperrte Hunde sind immer die gleichen. Und immer gefährlich.
  • Hund anbinden: Innerhalb kürzester Zeit kann sich eine vermeintlich schattige Stelle in einen Backofen verwandeln. Hat der Hund keine Möglichkeit, in den Schatten oder einen kühlen Bereich auszuweichen, überhitzt der Körper. Sonnenstich oder Hitzschlag sind die unweigerlichen Folgen.
  • Überlastung: Im Sommer draußen zu rennen, zu spielen, am Rad zu laufen oder einfach nur in einem heißen Bereich zu liegen kann Körper und Kreislauf überlasten.
  • die Rasse: Rassen aus südlichen Ländern, Hunde mit langen Schnauzen und kurzem Fell sind besser an die sommerliche Hitze angepasst als Hunde mit kurzen Schnauzen, schwerem Körperbau oder dichten und langen Fellmassen. Für einen Pekinesen können schon 25 °C zu viel sein. Ein Saluki hält für gewöhnlich mehr aus.

Was passiert bei einem Hitzschlag?

Hunde können, abgesehen von ein paar Schweißdrüsen zwischen den Ballen, nicht schwitzen. Für das Abkühlen reicht das bei Weitem nicht aus.

Die Regulierung der Körpertemperatur erfolgt zum größten Teil über das Hecheln, also über den Mund und die Lunge. Der Speichel verdunstet dabei und kühlt den Körper leicht ab.

Ist der Hund enormer Hitze ausgesetzt, passieren mehrere Dinge gleichzeitig:

  • Das Hecheln reicht nicht mehr aus, um die Körpertemperatur zu senken. Sie steigt auf 40 °C oder mehr.
  • Die Verdunstung beim Hecheln bedeutet einen erheblichen Flüssigkeitsverlust. Es kommt zu Dehydrierung, der Hund trocknet aus. Das Blut wird dick. Die Organe werden nicht mehr richtig versorgt.
  • Es kommt zu einer Stressreaktion.
  • Der Organismus wird überlastet und ist eingeschränkt.
  • Ein Hirnödem bildet sich.

Fehlen die passende Hilfe und Abkühlung, kommt es zum Atemstillstand, zum Herzstillstand und zum Tod.

Vorbeugung und Hilfe

Gesunde Hunde, die die Wahl haben, gehen daher nie in der Mittagshitze joggen, jagen oder spielen. Sie ziehen sich stattdessen in kühle Bereiche zurück, suchen den Schatten auf, kühlen sich im Wasser ab, trinken vermehrt und bevorzugen Ruhe.

Viele Hunde bevorzugen im Sommer die kühlen Fliesen im Bad, den kühlen Keller oder buddeln sich Erdkuhlen, um auf einem angenehmen Untergrund zu liegen. Sie bewegen sich langsamer und schlafen mehr.

Berücksichtigst du das, verlegst Aktivität in die kühleren Stunden und schonst deinen Hund, senkst du das Risiko für einen Hitzschlag bei deinem Hund erheblich.

Zusätzlich sind die folgenden Punkte wichtig:

  • Achte auf kühle Bereiche in der Wohnung und überall da, wo dein Hund ist. Belüftung, Kühlmatten und Schatten sind entscheidend.
  • Lass nicht zu, dass dein Hund in der prallen Sonne liegt oder läuft. Einige Hunde bemerken selbst nicht, dass sie überhitzen.
  • Wenn dein Hund nicht weiterwill – respektiere das sofort. Leg eine Pause ein und biete Wasser und Abkühlung an.
  • Achte darauf, dass dein Hund ausreichend trinkt. Als Faustregel sollten es im Sommer mindestens 100 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht sein. Bei wasserreichem Futter und wenig Anstrengung sowie kühlen Räumen darf es etwas weniger sein. Bei Trockenfutter, warmer Wohnung und körperlicher Anstrengung muss es mehr sein.
  • Pass die Runden an. Schatten, kühlere Tageszeiten und lieber mehr, dafür aber nur sehr kurze Runden sind besser als unterwegs Sonnenstich oder Hitzschlag zu riskieren.

Hilfreich ist zudem:

Absolviere einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde!

Im Ernstfall wie bei einem Hitzschlag ist schnelles Agieren durch dich gefragt und kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Bereite dich auf diese und ähnliche Situationen vor, indem du einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde absolvierst.

Du erlangst dadurch Sicherheit und kannst deinem oder einem anderen Hund genau dann helfen, wenn es darauf ankommt.

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