Hund im Sommer beschäftigen – 7 Tipps für gesunde Auslastung

Hohe Temperaturen sind für Hunde schnell gefährlich. Vor allem brachyzephale – also kurznasige – Rassen leiden oftmals, sobald es wärmer wird. Was also tun, wenn die Sonne unbarmherzig brennt und gleichzeitig Langeweile auftritt? Lass dich von den 7 Tipps zur Beschäftigung von Hunden inspirieren.

  1. Hund im Sommer auslasten – so geht’s
    1. Schwimmen und Baden
    2. Beschäftigung durch Hundeeis
    3. Suchspiele und Nasenarbeit
    4. Tricksen
    5. Laufband für die Athleten
    6. Spaziergänge der anderen Art
    7. Radtouren
  2. Schaff eine kühle Umgebung für deinen Hund (und dich)
  3. Vergiss die Entspannung nicht

Hund im Sommer auslasten – so geht’s

Sommer, Sonne, Hitzestress: Für Hunde sind hohe Temperaturen schnell gefährlich. Es gibt zwar bedeutende Unterschiede zwischen den Rassen, spätestens bei 30 Grad im Schatten sollten aber selbst bei aus südlichen Ländern stammende Rassen Schutz und Sicherheit im Vordergrund stehen.

Hält extreme Hitze länger an, entsteht dadurch aber ein Problem: die fehlende Auslastung.

Dabei ist es mit dem richtigen Vorgehen ganz einfach, sichere Aktivitäten für deinen Hund im Sommer zu finden.

Schwimmen und Baden

Die Abkühlung im kühlen Nass ist nicht umsonst ein bewährter Klassiker. See oder Hundepool können gleichzeitig mit Wasserspielzeug zur Beschäftigung werden.

Alternativ bieten sich abhängig von der Größe deines Hundes Kinderplanschbecken und der Wasserschlauch an. Wasserfontänen motivieren so manchen Hund, während du gleichzeitig das Fell benetzen und damit ein Überhitzen verhindern kannst.

Denk bitte an eine allmähliche Gewöhnung und daran, dass nicht jeder Hund schwimmen kann.

Beschäftigung durch Hundeeis

Im Sommer lässt der Appetit bei vielen Menschen und Hunden nach. Frische Speisen und Eis gehen oftmals noch. Selbstgemachtes Hundeeis passt daher wunderbar und bringt gleich mehrere Vorteile mit sich:

  • du wählst die Zutaten selbst aus: Brokkoli und Karotten, Leberwurst, Joghurt oder doch lieber Banane? Du weißt am besten, was dein Hund mag und kannst entsprechend zubereiten. Zudem hast du die Sicherheit, dass keine gefährlichen oder ungesunden Zutaten in deinem Hundeeis landen.
  • Bereicherung für den Speiseplan: Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und Protein – frische, ausgewählte Zutaten tragen zur Nährstoffversorgung und damit zur Gesundheit bei.
  • du bestimmst den Kaloriengehalt: Dein Hund ist übergewichtig? Kalorienarmes Hundeeis kannst du ebenso herstellen wie reichhaltige Varianten für Vierbeiner, die etwas mehr auf den Rippen brauchen.
  • Abkühlung und Beschäftigung in einem: Der gefüllte und eingefrorene Kong, eine bestrichene und gefrorene Schleckmatte oder ein Eiswürfel, der durch die große Schüssel schlittert und „gejagt“ werden muss – das gleichzeitige Lecken und Abkühlen ist eine angenehme Beschäftigung und wirkt nicht nur gegen Langeweile.

Tipp, Tricks und Rezeptideen für Hundeeis kannst du fortlaufend selbst verfeinern und individuell an deinen Couchwolf anpassen.

Suchspiele und Nasenarbeit

Draußen und zum Spielen ist es zu warm? Biete einen Schnüffelteppich an, versteck Leckerlies und lass deinen Hund suchen.

Zerknülltes Papier in einem Pappkarton ist ideal, um kleine Snacks rauszukratzen.

Das Finden versteckter Spielzeuge erfordert nicht viel Aufwand oder Anstrengung, weder bei dir noch deinem Hund. Es hält geistig dennoch beschäftigt und bereitet Spaß.

Tricksen

Männchen machen, auf den Hinterbeinen laufen, Pfote über die Augen halten, Pfötchen geben oder High Five – die Liste der möglichen Tricks ist lang. Das anfängliche Üben funktioniert ohnehin am besten ohne Ablenkungen und damit drinnen, ist also ideal für die zu heißen Tage im Sommer.

Auch das Auffrischen von Grundkommandos wie Sitz, Platz und Bleib, Apportieren oder Spielzeuge unterscheiden lernen sind passende Aktivitäten für deinen Hund, wenn es draußen zu heiß ist.

Laufband für die Athleten

Der Asphalt glüht, die Luft erinnert an einen Backofen und selbst im Schatten ist es weit entfernt von angenehm? Dann fällt das Laufen im Freien flach.

Auch wenn sich einige Hundehalter ausgerechnet dann zum Radfahren aufschwingen und ihre Hunde nebenher rennen lassen, ist das eine enorme Belastung – die immer wieder beim Tierarzt endet, falls der Vierbeiner es bis dahin noch schafft.

Braucht dein Hund Bewegung, draußen ist diese aber nicht ausreichend und sicher zugleich möglich? Denk über ein Laufband nach.

Im temperierten Wohnzimmer, Keller oder der kühlen Garage kann dein Sofawolf auf dem Hometrainer für Hunde jederzeit im Training bleiben.

Spaziergänge der anderen Art

Selbst im Hochsommer fällt die Temperatur gegen Morgen meist auf ein angenehmeres Niveau. Verleg die größte Anstrengung des Tages in diese Zeit. Bedenke dabei, dass du hierfür sehr zeitig aufstehen musst.

Funktioniert das nicht, sind Spaziergänge der anderen Art angeraten.

  • Fahr in den Wald. Waldwege sind in der Regel deutlich kühler und erlauben daher auch tagsüber eine längere Runde.
  • Such einen Park mit dichtem Baumbestand auf. Der Effekt ist der gleiche wie im Wald.
  • Denk über einen Hundebuggy oder einen Hundeanhänger nach. Du kannst deinen Hund damit falls nötig schonen oder mit dem Laufenlassen warten, bis ihr in einem schattigen Bereich angekommen seid. Denk aber daran, dass schon die heiße Luft allein eine Belastung darstellt.
  • Geh Gassischwimmen: Anstatt eine Runde zu laufen, kannst du deinen Hund einpacken und zu einem Hundestrand fahren. Schwimmen und Planschen kühlen ab, lasten den Körper aus und sind auch für dich deutlich angenehmer als bei Hitze zu laufen.

Radtouren

Sehe ich einen Hundehalter, der auf dem Rad sitzt und seinen Hund bei 30 °C oder mehr neben sich rennen lässt, werde ich wütend. Mal abgesehen von dem meist fehlenden Pfotenschutz sind die spontan sportlich ambitionierten Halter nie bei angenehmem Hundewetter zu sehen.

Auf Radtouren mit Hund musst du während des Sommers dennoch nicht verzichten. Lass deinen Hund mit dem passenden Pfotenschutz an schattigen Stellen und immer nur kurz laufen, solange er fit, gesund und nicht hitzeempfindlich ist. Gönn ihm danach im Hunde-Fahrradkorb oder Hundeanhänger eine Pause.

Auf diese Weise vermeidest du Verbrennungen ebenso wie Überlastung und Hitzschlag. Dein Hund bekommt Bewegung und im Anschluss abkühlenden Fahrtwind.

Schaff eine kühle Umgebung für deinen Hund (und dich)

Alle Tipps zur Beschäftigung drinnen sind nur dann sinnvoll, wenn es deinem Hund (und dir) drinnen deutlich besser geht als draußen. Herrschen hier die gleichen Temperaturen oder sogar noch eine hohe Luftfeuchtigkeit, kannst du den Kerzen beim Schmelzen zuschauen und schwitzt bereits beim Sitzen?

Dann hat es oberste Priorität, das zu ändern.

  • Lüfte richtig: Viele machen im Sommer den Fehler, die Fenster zum falschen Zeitpunkt zu öffnen und damit die Wärme erst recht reinzulassen. Besser ist es, sie abends zu öffnen und morgens zu schließen.
  • Isolier deine Fenster: Mit spezieller Schutzfolie und dämmenden Vorhängen hältst du Sonne und Hitze draußen. Der Aufwand und die Ausgaben dafür sind minimal. Der Effekt dadurch überraschend groß.
  • Verzichte auf Wärmequellen: Den Backofen nicht stundenlang laufen zu lassen ist den meisten bewusst. Computer, Fernseher, Anlage und 20 andere Geräte, die gerade nicht benötigt werden, geben aber ebenfalls Wärme ab. Sie auszuschalten anstatt auf Standby zu lassen, spart Wärme und Strom.
  • Investier in eine Klimaanlage: Vor allem in Dachwohnungen und in der Stadt heizen sich Innenräume stark auf, kühlen aber nur schlecht wieder ab. Möchtest du deine Wohnung nicht als zusätzliche Einkommensquelle in eine 24/7-Sauna verwandeln, kann eine Klimaanlage die einzige sinnvolle Möglichkeit sein.  
  • Behalte die Luftfeuchtigkeit im Blick: Wie Menschen und Hunde Wärme empfinden, hängt nicht zuletzt von der Luftfeuchtigkeit ab. Schwüle Luft belastet mehr als trockene Hitze. Die Feuchtigkeit zu reduzieren kann daher auch in deinen vier Wänden Erleichterung bringen.
  • Entfern unnötige Wohntextilien: Teppiche, Decken und Kissenberge speichern Wärme zwar nicht lange, haben aber dennoch einen Einfluss auf die Temperatur drinnen. Sie lassen einen Raum nicht nur gemütlich und warm wirken, sondern tragen zur Erwärmung bei. Setz im Sommer lieber auf blanke Böden und kühlende, leichte Materialien, wie Seide und Leinen.

Vergiss die Entspannung nicht

Sobald der Sommer beginnt, steigt das Aktivitätslevel im Freien. Selbst bei extremen Temperaturen versuchen viele Menschen, so viel Bewegung wie möglich in den Tag zu pressen.

Leider weitet sich das auch auf die Hunde aus, die keine wirkliche Wahl haben.

Schaust du dich einmal in der Natur und in südlichen Ländern um, fällt dir auf: Weder Tiere noch Menschen wählen ausgerechnet die heißesten Stunden des Tages oder die heißeste Phase des Jahres, um im Freien zu Höchstleistungen aufzulaufen. Obwohl sie bestens an die Hitze angepasst sind, schonen sie sich in diesen Phasen.

Dieser Weisheit und dem natürlichen Instinkt solltest du folgen.  

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